Donnerstag, 26. März 2015

Taylor Swift "1989" (CD-Empfehlung)

Interpret: Taylor Swift
Albumtitel: 1989
Erscheinungsjahr: 2014
Genre: Synthie Pop, Pop




"1989" ist das fünfte Album der amerikanischen Sängerin und Songwriterin Taylor Swift. Laut eigenen Angaben fand die Sängerin ihre Inspiration für dieses Album durch Annie Lennox und die früheren Songs von Madonna. Begonnen als Vertreterin des Country-Pop zählt sie derweil als eine der erfolgreichsten Künstlerinnen der Pop-Industrie und dieser Stil-Wandel steht ihr meiner Meinung sehr gut zu Gesicht.



Mittwoch, 25. März 2015

Marilyn Manson "The Pale Emperor" (CD-Empfehlung)

Interpret: Marilyn Manson
Albumtitel: The Pale Emperor
Erscheinungsjahr: 2015
Genre: Hard Rock, Industrial Alternative, Blues, Metal, Elektro-Pop




Wenn man diverse Remix- und BestOf-Alben außen vorlässt, ist dies bereits das achte Studioalbum der amerikanischen Band Marilyn Manson. Frontmann Brian Hugh Warner trägt den Namen Marilyn Manson zusätzlich als Künstlernamen für seine Person. Dieser Name wurde aus der Ikone Marilyn Monroe und dem Kriminellen Charles Manson zusammengesetzt, um dadurch das Gute und das Böse als ein Ganzes zu repräsentieren.
Konnte man Marilyn Manson früher noch hauptsächlich in das härtere Rock-Genre einordnen, so zeigt sich Jahre später, dass man sie nicht mehr so leicht in eine Schublade stecken kann. Die Band experimentierte in den vergangenen Jahren viel und somit unterscheidet sich auch "The Pale Emperor" von seinen Vorgängern. Hier werden eher ruhigere Töne angeschlagen (aber nicht nur!), wodurch Brian Warners' unverwechselbare Stimme besonders zur Geltung kommt.
Etwas irreführend finde ich jedoch die Vermarktung der Deluxe Edition des Albums. Darauf befinden sich drei zusätzliche Acoustic-Tracks. Den Titeln nach zu urteilen, vermutet man komplett andere Lieder. Schnell fällt allerdings auf, dass Track 11 "Day 3" dem dritten Song "Third Day of a Seven Day Binge" entspricht, während "Fated. Faithful. Fatal." das selbe Lied wie "The Mephistopheles of Los Angeles" ist. Track 13 "Fall of the House of Death" entpuppt sich unterdessen als Track 10 "Odds of Even". Was man sich dabei wohl gedacht hat? Wollte man die Fans verwirren? Naja... Dennoch lohnt sich der Griff zur Deluxe Edition, da die Acoustic-Versionen der genannten Songs größtenteils gefühlvoller klingen.

TRACKLIST:
1) Killing Strangers
2) Deep Six
3) Third Day of a Seven Day Binge
4) The Mephistopheles of Los Angeles
5) Warship my Wreck
6) Slave only dreams to be King
7) The Devil beneath my Feet
8) Birds of Hell awaiting
9) Cupid carries a Gun
10) Odds of Even
11) Day 3 *
12) Fated. Faithful. Fatal. *
13) Fall of the House of Death *
*nur auf der Deluxe-Edition  

ANSPIELTIPPS:
Deep Six, The Mephistopheles of Los Angeles/Fated. Faithful. Fatal., Odds of Even/Fall of the House of Death, Cupid carries a Gun

FÜR FANS VON:
Marilyn Manson, Alice Cooper, HIM, Depeche Mode, 30 Seconds To Mars, Nine Inch Nails, The Cure


Charli XCX "Sucker" (CD-Empfehlung)

Interpret: Charli XCX
Albumtitel: Sucker
Erscheinungsjahr: 2014
Genre: Synthie Pop, Dark Pop|Goth Pop




"Sucker" ist bereits das dritte Album der britischen Sängerin und Songwriterin Charlie XCX (Charlotte Aitchison). Bisher schrieb sie nicht nur Songs für sich selber, sondern auch ua. für Gwen Stefani, Rita Ora und Marina and the Diamonds. Zu ihren musikalischen Vorbildern gehören beispielsweise Christina Aguilera, Kate Bush und die Spice Girls. Ihr musikalischer Stil erinnert dabei zudem sehr stark an die Pop-Musik der 80er oder frühen 90er. Somit wirkt "Sucker" wie eine Liebeserklärung an vergangene Zeiten, der Charli XCX jedoch gekonnt einen eigenen Stempel aufdrücken konnte. Die Lieder sind größtenteils relativ schlicht und eingängig, machen aber gute Laune und laden zum Mitsingen ein.

TRACKLIST:
1) Sucker
2) Break The Rules
3) London Queen
4) Breaking Up
5) Gold Coins
6) Boom Clap
7) Doing It
8) Body of My Own
9) Famous
10) Hanging Around
11) So over you
12) Die Tonight
13) Caught in the Middle
14) Need Your Love  

ANSPIELTIPPS:
Breaking Up, Boom Clap, Doing It, Hanging Around, Die Tonight

FÜR FANS VON:
80er, 90er, Christina Aguilera, Gwen Stefani, Katy Perry, Avril Lavigne, Madonna (Lieder der 80er & 90er)



Dienstag, 24. März 2015

Cassandra Clare, Holly Black "Magisterium (1) - Der Weg ins Labyrinth" (Rezension)

Titel: Magisterium - Der Weg ins Labyrinth
Originaltitel: Magisterium - The Iron Trial
Autoren: Cassandra Clare, Holly Black
Gebundene Ausgabe: 336 Seiten
Verlag: Bastei Lübbe
Preis (Buch): 14,99€
Preis (Ebook): 11,99€

 

 

 

INHALT:

Der 12-jährige Callum Hunt will eigentlich nichts von Zauberei wissen, da ihm sein Vater immer wieder einbläut wie gefährlich diese sei. Schließlich ist Callums' Mutter im zweiten großen Krieg zwischen Magiern gefallen und wäre sicher noch am Leben, wenn sie sich nicht am Magisterium zu einer Magierin hätte ausbilden lassen. Somit ist Call bestens darauf vorbereitet die Aufnahmeprüfung beim Magisterium zu vermasseln. Allerdings wird er trotzdem aufgenommen und muss in die gefährliche Welt der Magie eintauchen. Ob er will oder nicht. Bei dieser Reise stößt er hinter so einige Geheimnisse und dabei auch auf eines, das ihn selbst betrifft...

MEINUNG:

Die Geschichte rund um Callum Hunt wird oft mit den Harry Potter-Bänden verglichen. Aufgrund einiger Elemente ist dies durchaus nachvollziehbar. Auch hier geht es um einen 12-jährigen Jungen, der seine erste Zeit als Zauberlehrling überstehen muss und dabei sowohl Freunde, als auch Feinde findet. Auch ein großer Krieg und ein von allen gefürchteter Erzfeind in der Vergangenheit werden thematisiert. Somit geht auch die Angst um, dass derzeit nur Ruhe vor dem Sturm herrscht und der Erzfeind - ein Chaosmagier namens Constantine - bereits im Verborgenen darauf lauert zurück zu schlagen. Nur jemand, der genau so mächtig ist wie Constantine vermag ihn und seine Gefolgschaft aus chaosbessesenen Magiern und Tieren aufzuhalten...
Die Parallelen zu Harry Potter sind kaum zu übersehen und doch schlägt "Magisterium" ganz andere Töne an. Die Charaktere sind komplett anders und meiner Meinung nach direkt auch etwas vielschichtiger gezeichnet als zu Beginn der Harry Potter-Reihe. Hier wird nicht so klar zwischen Gut und Böse getrennt. Jeder hat hier seine Ecken und Kanten. Vor allem das Ende zeigt, dass es hier in eine komplett andere Richtung als bei den Harry Potter-Romanen geht. Dennoch empfand ich die Handlung hier (trotz der Kürze) an einigen Stellen etwas in die Länge gezogen, sodass ich mir zwischenzeitlich beinahe sicher war, dass ich nachfolgende Teile nicht lesen werde. Das spannende und überraschende Ende hat meine Meinung jedoch geändert, sodass ich eine Menge Potential für weitere Bände der Reihe sehe.

FAZIT:

Etwas langatmiger Anfang, der jedoch spannende und interessante Fortsetzungen versprechen könnte. Eine klare Leseempfehlung kann ich für diesen ersten Teil jedoch nicht geben.

Montag, 23. März 2015

Good Will Hunting (Film-Rezension)

Titel: Good Will Hunting - Der gute Will Hunting
Originaltitel: Good Will Hunting
Erscheinungsjahr: 1997
Regie: Gus Sant
Schauspieler: Matt Damon, Robin William, Ben Affleck, Minnie Driver, Stellan Skarsgård ua.
Spielfilmlänge: 122 Minuten




:::::Storyline:::::

Der Film handelt von dem mathematikbegabten jungen William Hunting. Dieser aber zieht sein Leben auf dem Bau vor und versteckt sich hinter einer coolen Fasade. Er ist wahrlich kein einfacher Mensch. Als er wegen Körperverletzung ins Gefängniss soll nimmt sich Professor Lambeau seiner an und fördert sein Talent. Doch Will hat tieferliegende Probleme, die die Künste eines Psychologen bedürfen, der Nerven wie Drahtseile hat und dennoch das Herz eines Löwen

:::::Schauspieler:::::

Matt Damon alias Will Hunting

Die Rolle des Will Hunting ist sehr vielseitig und individuell. Dieser Charakter wurde im Drehbuch mit äußerster Sorgfalt bedacht. Man hat ihm viele positive wie negative Eigenschaften zugewiesen und diesem Charakter dadurch viel Tiefe gegeben. Will hatte keine leichte Kindheit und wurde von seinem Pflegevater misshandelt, wodurch er eine Art Schutzmauer aus Coolness bzw. emotionaler Distanz aufgebaut hat. Er hat Probleme sich anderen anzuvertrauen und versucht seine Ängste durch seine forsche, mitunter nicht selten respektlose Art zu kompensieren. Durch eine Reihe von gewalttätigen Delikten soll er schließlich im Gefängnis landen. Professor Lambeau aber bemerkt sein außergewöhnliches mathematisches Talent und gibt ihm die Chance bei ihm zunächst als Schüler anzufangen und psychologischen Sitzungen beizuwohnen um sein Verhalten zu bessern. Dadurch entgeht er einer Verurteilung. Will unterschätzt sich selber und sieht zunächst nicht ein, dass er sein rares Talent in Mathematik als Möglichkeit nutzen könnte, um sich einen besseren Lebensstandard zu sichern. Stattdessen sucht er sich eher leichte Jobs wie z.B. als Reinigungskraft oder Bauarbeiter.

Auch schafft es zunächst keiner an Wills' Gefühlswelt zu kommen. Mit der Zeit schafft er es aber sich dem Psychologen Sean Maguire zu öffnen und mit ihm eine Lösung für seine tieferen Probleme und Ängste zu finden.

Matt Damon spielt diese vielschichtige Rolle sehr überzeugend und wirkt in keiner Szene künstlich. Auch die Entwicklung, die Will während des Films macht, stellt er gut und deutlich dar. Seine Mimik und Gestik wechselt im Film zwischen Freude, Enttäuschung, Wut, Gleichgültigkeit und Trauer. Trotz der Darbietung verschiedenster Emotionen schafft Matt es aber auch seiner Rolle eine gewisse Leichtigkeit zu verleihen. Dadurch zeigt der Schauspieler seine Wandelbarkeit und hat zu Recht Preise für seine Darbietung bekommen.

Weitere Schauspieler:
Robin Williams - Gute bis sehr gute Leistung wie man es von ihm gewöhnt ist.
Stellan Skarsgård - Solide Leistung, wird seinem Charakter gerecht, hatte aber eine nicht allzu schwere Rolle zu spielen.
Minnie Driver - Gute Leistung, perfekt besetzt.
Ben Affleck - wirkt eher blass neben den anderen Schauspielern. Seine Mimik bleibt stets die selbe. Man hat nicht das Gefühl, dass er sich wirklich auf die Rolle eingelassen hat.

:::::KÜNSTLERISCHER ASPEKT:::::

Kamera: Hier wurde gute Arbeit geleistet und darauf geachtet, dass trotz emotionaler Story noch soetwas wie Distanz dableibt. Der Regisseur will nicht das Mitleid der Zuschauer auf seine Charaktere lenken, was er durch seine Kamerperspektiven und Bildauschnitte, sowie Motivwahlen gut hinbekommt.

Effekte: Soweit ich es beurteilen kann wurde hier uaf jegliche Effekte verzichtet. Keine Farbänderungen oder dergleichen.

Dialoge: Die Kunst liegt hier mehr in den Dialogen, die wirklich sehr gut durchdacht wurden und nicht so eben "dahergeredet" wirken. Hier hat jemand scharf nachgedacht und auch jede Menge Sinn für Psychologie, Witz, Spannung und sprachliche Ästhetik bewiesen.

:::::FAZIT:::::

Die Idee des Filmes ist sehr gut und wurde auch wirklich gelungen umgesetzt. Vorweg ist zu sagen, dass der Film viele Szenen eher durch Dialoge auflöst. So ist nur wenig "Bewegung" in dem Film. Meiner Meinung gibt das dem Film aber auch keinerlei Minuspunkte, da die Dialoge wirklich grandios ausgearbeitet wurden. Hier ein lob an Matt Damon und Ben Affleck!

Empfehlenswert für Leute, die gerne gut durchdachte Dramen schauen und gerne mit Charakteren mitfiebern, die nicht perfekt sind.
Ausserdem werden Leute, die sich für Psychologie interessieren ihre wahre Freude an diesem Meisterwerk haben.

UND: Man kann den Film auch mehrmals sehen ohne, dass er langweilig wird:)



Richelle Mead "Bloodlines: Silberschatten" (Rezension)

Titel: Bloodlines 5 - Silberschatten
Originaltitel: Silver Shadows
Autorin: Richelle Mead
Taschenbuch: 384 Seiten
Verlag: Egmont Lyx
Preis: ca.12,99€

 

 

INHALT:

Der fünfte Teil der Bloodlines-Reihe knüpft genau an den Vorgänger an. Daher werde ich jetzt auch keine weiteren Punkte zum Inhalt zusammenfassen. Diejenigen, die sich Rezensionen zu einem fünften Teil einer Reihe durchlesen wissen in der Regel ja auch worum es geht und kennen bereits die Vorgänger ;)

MEINUNG:

Wie auch der Vorgänger wechselt Richelle Mead hier von Kapitel zu Kapitel zwischen Adrians' und Sydneys' Sicht. Bereits im vierten Band gefiel es mir auch aus der Perspektive von Adrian zu lesen und somit fand ich diesen Wechsel auch hier gelungen. Oft gab es genau dann einen Perspektivenwechsel, wenn es gerade spannend oder interessant wurde, was einen letztlich noch mehr ans Buch gefesselt hat. Somit war ich mit dem Roman an zwei Tagen durch und fragte mich anschließend, warum es denn nicht noch mehr Seiten habe. Ich wollte einfach nicht aufhören zu lesen und freue mich daher umso mehr auf den sechsten Band.

Die Umerziehung, die Sydney bei den Alchemisten wiederfährt wird verstörend beschrieben. Sydney wird nicht nur psychisch, sondern auch physisch an ihre Grenzen getrieben. Dass die Alchimisten wohl nicht zimperlich in ihren Umerziehungs-Zentren vorgehen wurde bereits spätestens klar, als man in den vorherigen Bänden erleben durfte wie Keith sich verändert hat. Dennoch war es sehr spannend und auch nervenaufreibend zu lesen wie die Alchemisten genau vorgehen. Man tappt wie Sydney die meiste Zeit im Dunkeln, weiß nie genau welchen Strafen oder Aufgaben sich demnächst gestellt werden muss und hofft und bangt einfach nur, dass sie es nicht schaffen Sydney zu brechen. Unterdessen hat auch Adrian mit dem Verlust seiner Freundin zu kämpfen und beginnt immer mehr daran zu zweifeln, dass er sie noch rechtzeitig finden und befreien kann. In anderen Kurzmeinungen habe ich heraus gelesen, dass viele Adrian in diesem Teil sehr nervig fanden. Ich kann im gewissen Maß nachvollziehen warum. Dennoch finde ich es gleichzeitig auch gut, dass die Autorin sich bei ihren Charakteren auch traut ihnen Schwächen aufzubürden. In diesem Band versinkt Adrian wieder ziemlich im Selbstmitleid und betäubt sich und seine Sinne mit Alkohol. Er fängt sich jedoch auch wieder, erliegt erneut der Versuchung einfach aufzugeben und und... Adrian ist kein einfacher Charakter, aber genau deswegen mag ich ihn. Man kann bei ihm eben nie genau abschätzen, was als nächstes kommt. Er ist manchen einfachen Dingen im Leben nicht gewachsen, überrascht dann jedoch auf ganz anderer Seite in viel komplizierteren Situationen. Insgesamt bewundere ich es immer wieder welche Vielfalt an Charakteren Richelle Mead immerzu erschafft. Genauso liebe ich, dass sie auf Schwarz-Weiß-Malerei größtenteils verzichtet und man in jedem Menschen oder Wesen Ecken und Kanten findet. Zudem muss ich nach wie vor die Ausarbeitung der Liebesgeschichte zwischen Sydney und Adrian loben. Eigentlich könnten sie beide kaum unterschiedlicher sein, aber genau deswegen ergänzen sie sich perfekt. Hier stimmt die Harmonie einfach. Selbst wenn sie untereinander Liebesschwüre aussprechen oder denken, empfinde ich diese nicht als kitschig, sondern authentisch, glaubhaft und gefühlvoll. Allerdings muss ich an dieser Stelle auch anmerken, dass einige Geschnisse etwas zu schnell abgehandelt wurden. Etwas mehr Weile, statt Eile hätte der einen oder anderen Situation sicher gut getan.

Lange Rede, kurzer Sinn: Auch dieser Teil ist trotz minimaler Abstriche wieder absolut lesenswert! Von mir gibt es knappe 5 Sterne.

Marie Lu "Legend: Berstende Sterne" (Rezension)

Titel: Legend 3 - Berstende Sterne
Originaltitel: Champion
Autorin: Marie Lu
Gebundene Ausgabe: 448 Seiten
Verlag: Loewe
Preis: ca.17,95€






Im dritten Teil von Marie Lus' Legend-Trilogie geht es spannend weiter und es kommt wie auch in den vorherigen Teilen nur selten Langeweile auf. Die Fragen, die gegen Ende zweiten Teils aufgeworfen wurden, werden gelöst. Allerdings wird hierbei meiner Meinung nach ein wenig Potential verschenkt. Auch bleiben bis auf Day und June einige Charaktere leider etwas eindimensional.

Dies hört sich allerdings negativer an, als es eigentlich gemeint ist. Ich bin wirklich ein großer Fan dieser Reihe und empfinde auch den Abschluss als würdig. Allerdings kommt es bei mir nicht selten vor, dass ich noch irgendwelche Dinge finde, die mir nicht ganz passend gewählt erscheinen. Hier wäre es z.B. das Ende, in dem gut 10 Jahre auf ein paar Seiten zusammengefasst werden. Dies wäre nicht einmal ein Problem, wenn die Lösung am Ende vollkommen plausibel klingen würde. Dazu möchte ich nun aber an dieser Stelle nicht viel sagen und in einem Spoiler näher drauf eingehen.

SPOILER [nicht lesen, wenn ihr das Ende noch nicht erfahren wollt]
Zum Ende des Buches entschärft sich der Krieg zwischen den Kolonien und der Republik. Auch die Seuche scheinen sie im Griff gekommen zu haben. Eden wurde wieder vollkommen gesund und kann wieder sehen (was mich sehr gefreut hat). Anden wird seiner Aufgabe als Elektor doch ganz gut gerecht und kommt schließlich doch mit June zusammen. Day führt sein Leben ohne June weiter, da er sich nach einer schwierigen Operation an die letzten paar Jahre nicht mehr erinnern kann.
Da setzt jedoch auch schon der Logikfehler ein. Day ist am Ende genau wie June an die 27 Jahre alt, hat June vergessen, aber augenscheinlich auch nie etwas von ihr durch andere erfahren. Dies klingt für mich ziemlich unwahrscheinlich, da die Namen Day und June damals in aller Munde waren. Auch verstehe ich nicht, dass der Kontakt zwischen Tess und Day nahezu komplett in die Brüche gegangen ist. Immerhin waren sie wie Bruder und Schwester füreinander. Auch wird nicht mehr viel auf die politische Lage 10 Jahre später eingegangen. Es wird nur erwähnt, dass alles um einiges besser sei. Dies scheint gut möglich. Allerdings empfinde ich es am Ende alles etwas zu flott erzählt. Auch bleibt mir Anden als Charakter zu platt. Immer wieder geht die Autorin aus der Sicht von June darauf ein, dass er eine unberechenbare Seite in sich zu haben scheint. Allerdings wird darauf nicht wirklich weiter eingegangen. Dadurch habe ich ein wenig Probleme den Chara Anden für mich richtig einzuordnen. Es fehlten mir dort einfach ein wenig Ecken und Kanten.
SPOILER ENDE

FAZIT
Trotz einiger Ungereimtheiten ist es ein durchaus spannendes Buch, das mit dem ersten und zweiten Band gut mithalten kann. Jeder der Dystopien mag, sollte sich Legend nicht entgehen lassen.

Tabea Rosenzweig "Charmed: Abaddon" (Rezension)

Titel: Charmed - Abaddon
Autorin: Tabea Rosenzweig
Gebundene Ausgabe: 272 Seiten
Verlag: Egmont Vgs
Preis: ca.16,95€





INHALT:
Phoebe lernt durch einen jungen Studenten das Online-Rollenspiel Abaddon kennen und auch lieben. Sie ist ist sofort begeistert von dem spannenden und lebhaft wirkendem Game, dass sie kaum noch aufhören kann zu spielen. Als erstmals einige Spieler tot vor ihrem Computer aufgefunden werden, nachdem diese den letzten Level erreicht haben, ahnt Phoebe, dass dahinter ein teuflischer Plan böser Mächte lauern könnte. Somit ist wieder einmal die Macht der Drei gefragt. Nur dieses Mal wird ihr Abenteuer live in der virtuellen Welt von Abaddon ausgefochten. Wird es ihnen gelingen das Geheimnis von Abaddon zu lüften, um somit das Leben vieler weiterer Spieler zu retten?

MEINUNG:
Ich bin ein großer Charmed-Fan und kenne mittlerweile fast alle Bände der Serie. Die meisten Bücher sind sehr spannend, humorvoll und kurzweilig. Auch dieser Band hat mich begeistert und somit musste ich ihn nachdem ich ihn um die 10 Jahre nicht mehr angerührt hatte unbedingt noch ein zweites Mal lesen. Erst überlegte ich, ob ich den Roman wirklich nochmal so gut finden würde. Ob er mir immer noch so gut gefallen würde? Die Antwort ist ganz klar: Ja! Ich liebe dieses Buch und würde es jederzeit wieder lesen.

FAZIT:
Nicht nur für Fans der Serie ein vielseitiges und spannendes Buch. Klare Leseempfehlung! PS: Dieser Teil wurde in der Serie nicht verfilmt.

Jennifer L. Armentrout "Obsidian: Schattendunkel" (Rezension)

Titel: Obsidian 1 - Schattendunkel
Autorin: Jennifer L. Armentrout
Gebundene Ausgabe: 400 Seiten
Verlag: Carlsen
Preis: ca.18,90€

 

 

INHALT:

Katy ist alles andere als begeistert als sie von Florida nach West Virginia ziehen muss. Dennoch macht die leidenschaftliche Buchbloggerin und Hobbygärtnerin ihrer Mum deswegen keine Vorwürfe. Immerhin versucht diese sich nach dem Tod ihres Mannes mit ihrer Tochter ein neues Leben aufzubauen. Als Katy den Nachbarsjungen Daemon Black kennen lernt, ist sie verzückt und angewiedert zugleich. Daemon sieht unbeschreiblich gut aus, doch benimmt sich ihr gegenüber wie der Teufel persönlich. Als sie mehr Zeit mit seiner Schwester Dee verbringt, kommt sie auch unweigerlich Daemon näher. Allerdings scheint die schroffe Art von Daemon nicht das Einzige zu sein, das seltsam an den Blacks ist.

MEINUNG:

Der Roman ist aus der Perspektive von Katy geschrieben und lässt sich locker und leicht lesen. Auch beweist die Autorin viel Humor, wodurch man leicht in die Geschichte rein kommt. Nicht nur einmal musste ich über Katy oder auch Daemon schmunzeln. Die Wortgefechte zwischen den beiden sind wirklich meistens sehr erheiternd. Positiv ist es auch anzumerken, dass es sich hierbei um keine typische Liebesgeschichte handelt, bei der sich einer oder gar beide Beteiligte auf den ersten Blick unsterblich ineinander verlieben. Soweit so gut...
Auch wenn ich die Charaktere wirklich sehr mochte, konnte mich die Handlung nur wenig überzeugen. Ich möchte da jetzt auch nicht zu viel verraten, aber mich hat es nicht so sehr überrascht als aufgelöst wurde, welche Wesen die Blacks sind. Darauf folgten leider ziemlich viele Parallelen zu Twilight und Vampire Diaries. Eigentlich stört es mich nicht, wenn ein Roman Ähnlichkeiten zu anderen Büchern hat. In der Regel lässt sich das bei einem derart riesigen Büchermarkt nicht einmal vermeiden, dennoch konnte mich die Geschichte um Katy und Daemon einfach nicht wirklich fesseln. Stellenweise fand ich es sogar etwas langweilig. Die Dialoge zwischen den beiden haben mich jedoch veranlasst bis zum Ende durchzuhalten. Teil 2 werde ich auch noch lesen. Ob ich dann jedoch bei der Reihe bleibe und durchhalte, kann ich derzeit schlecht sagen. Potenzial ist jedenfalls vorhanden und ich lasse mich gerne noch von der Reihe überraschen.

FAZIT:

Das Buch ist durchaus unterhaltsam, amüsant geschrieben und lässt sich leicht weg lesen. Die Charaktere und die Dialoge sind witzig und spritzig. Die Handlung hatte meiner Meinung jedoch einige Schwächen, wirkte auf mich stellenweise sogar etwas unausgegoren.

Arwyn Yale "Todesschwestern" (Rezension)

Titel: Todesschwestern (Ein Fall für Nathan O'Brian)
Autorin: Arwyn Yale
Taschenbuch: 177 Seiten
Verlag: Amazon Publishing
Preis: ca.9,99€

 

 

INHALT:

Ein Jahr ist vergangen seitdem Joss und Noelle versucht haben sich das Leben zu nehmen. Noelle starb. Joss überlebte. Als Joss plötzlich verschwindet engagiert ihre Tante den Privatdetektiv Nathan O'Brian, der nach der Vermissten suchen soll. Doch damit fängt die eigentliche Geschichte erst an...


MEINUNG:

Die Autorin hat einen sehr angenehmen Schreibstil, der direkt auf der ersten Seite zu fesseln weiß. Man kommt sehr leicht in das Geschehen rein und kann den Roman eigentlich kaum aus der Hand legen. Die Charaktere wirken authentisch und lebendig. Der Spannungsbogen ist meiner Meinung nach eher etwas untypisch gezeichnet. Dies ist jedoch keineswegs negativ gemeint. Eher im Gegenteil. Es ist erfrischend anders geschrieben, wodurch langatmige Passagen, die man aus einigen anderen Büchern dieses Genres kennt weg bleiben. Allerdings hat das Buch auch relativ wenige Seiten. Einziger Kritikpunkt ist, dass man das Ende bereits schon eine Weile vorher erahnen kann. Bis dahin rätselt man jedoch bereits eine Menge hin und her. Trotz dieser Kritik ist das Ende durchaus passend und auch ein würdiges Finale für diese wendungsreiche Geschichte.

LESEEMPFEHLUNG:

Sowohl Thrillerfans, als auch Liebhaber anderer Genre können hier zugreifen. Auch Leute, die eigentlich nur wenig lesen, könnten hier auf den Geschmack kommen.

FAZIT:

Temporeicher Thriller mit einem spannenden Plot. Man merkt, dass die Autorin mit Liebe und Leidenschaft ans Werk gegangen ist. Nachfolgende Teile werde ich gerne lesen.

Ute Aland "Die Gottesversprecher" (Rezension)

Titel: Die Gottesversprecher
Autorin: Ute Aland
Gebundene Ausgabe: 240 Seiten
Verlag: Brunnen
Preis: ca.14,99€

 

 

 

INHALT:

Die junge Mediengestalterin Sara hat als ehemaliges Gemeindekind genug von den üblichen, langweiligen Gottesdiensten. Erst als sie den Predigten des geistlichen Leiters Dan lauscht, fühlt sie sich in ihrer zerrissenen Glaubensvorstellung verstanden. Endlich hat sie das Gefühl ihr Leben würde eine glückliche und vor allem durch Gott erfüllte Wendung nehmen. Sie vertraut Dan blind. Das ihr Leben dabei jedoch komplett aus den Fugen gerät merkt sie erst, als es bereits zu spät ist.

SCHREIBSTIL:

Die Geschichte wird aus Saras' Sicht (Ich-Perspektive) geschrieben, wodurch man einen direkten Bezug zu ihren Gefühlen und ihrer Gedankenwelt bekommt. Der Schreibstil ist recht einfach gehalten, aber flüssig zu lesen.

MEINUNG:

Ein Buch über geistlichen Missbrauch zu schreiben ist nicht einfach. Ein Buch über dieses Thema zu lesen jedoch auch nicht. Das Buch ist kein locker-leichtes Lesevergnügen, doch das sollte es auch gar nicht sein und hatte ich auch nicht erwartet.  Der Roman entwickelt mit der Zeit einen Sog, sodass jede Seite nur noch beklemmend wirkt. Man erwischt sich ständig dabei wie man alle Beteiligten von Dans' kleiner Gruppe wach rütteln will und sie der Realität ins Auge blicken lassen will. Schnell wird jedoch auch klar, dass Dan das Denken und Handeln seiner "Schäfchen" so sehr manipuliert das ein Durchdringen von anderer Seite kaum möglich ist. Der Roman ist spannend und fesselnd. Allerdings wurde mir Saras' Kehrtwendung vom skeptischen, ehemaligen Gemeindekind, das von Religion eigentlich nichts mehr hören will zum Mitglied einer charismatischen Sekte etwas zu schwammig beschrieben. Ich hätte mir da ein paar mehr Zweifel zwischenzeitlich gewünscht. So wirkt sie mir im Bezug auf das Vertrauen zu Dan etwas zu blind und gutgläubig, obwohl sie doch anfangs gar nicht so beschrieben wurde. Sicher hat man hier einige Zeitsprünge gemacht, um die Handlung nicht zu sehr in die Länge zu ziehen, aber gerade zu Beginn hätte ich gerne mehr darüber erfahren wie sie langsam immer mehr in einen Teufelskreis gerät. Auch das Ende wirkte dann etwas zu zügig abgehandelt. Über Dans' Motivation andere psychisch an den Rand des Wahnsinns zu treiben erfährt man nichts. Natürlich ist diese Seite womöglich auch fast noch schwerer zu schreiben, als die Sicht des Missbrauchsopfer., Wer kann diese Sichtweise schon nachvollziehen? Dennoch wäre es interessant gewesen auch über Dan mehr zu erfahren. So bleiben einem bis zum Ende nur vage Vermutungen über das WARUM, WESHALB, WIESO? Dennoch werte ich diese Sache jetzt nicht als negativ, sondern wollte es nur als Gedanken anmerken, der mir während des Lesens noch durch den Kopf ging.

LESEEMPFEHLUNG:

Ein Roman, der Missbrauchsopfern sicher Mut geben kann Vergangenes zu verarbeiten oder auch dazu verhelfen kann den Mut zu finden aus ähnlichen Situationen auszubrechen. Aber nicht nur. Man sollte jedoch über die oben genannten Mängel hinweg sehen können und sich auf dieses Buch auch einlassen können.

FAZIT:

Ein beklemmendes Buch über ein schwieriges Thema. Trotz einiger Mängel kann ich das Buch weiter empfehlen. Der Anfang hätte Raum für mehr Erklärungen oder Details gehabt. Auch das Ende konnte mich nur halbwegs überzeugen. Dennoch schafft es die Autorin meistens gut die Atmosphäre packend, sowie auch emotional aufrüttelnd zu erzählen. Am Schreibstil an sich kann ich daher eigentlich nicht viel meckern.

James Bowen "Bob, der Streuner: Die Katze, die mein Leben veränderte" (Rezension)

Titel: Bob, der Streuner - Die Katze, die mein Leben veränderte
Originaltitel: A Street Cat Named Bob
Autor: James Bowen
Taschenbuch: 256 Seiten
Verlag: Bastei Lübbe
Preis: ca.8,99€

 

 

 

INHALT:

Als James Bowen im Jahr 2007 den am Bein verletzten Kater Bob findet, kann er selbst schlecht beurteilen wem es schlechter geht: Ihm oder dem Kater? Schließlich ist James selbst gerade erst von der Straße weg gekommen, hat Zuflucht in einer Sozialwohnung gefunden und ist auf Drogenentzug. Seine Perspektiven als Straßenmusiker genügend Geld zu verdienen sind auch eher ernüchternd. Als Bob in sein Leben trifft, ändert sich sein Leben jedoch schlagartig. Der kleine rote Kater sorgt nicht nur dafür, dass er bei seinen Auftritten mehr Geld verdient, sondern bewirkt etwas viel Wichtigeres. Seit langer Zeit fühlt sich James wieder gebraucht und findet in Bob einen Seelentröster der besonderen Art.

SCHREIBSTIL:

Das Buch ist aus der Sicht von James Bowen geschrieben und erzählt eine wahre Geschichte. Sprachlich ist es eher schlicht und einfach gehalten, aber auch mit viel Liebe und auch Humor. Man kann sich jederzeit gut vorstellen wie es James ergangen sein muss und welche Bedeutung Bob für ihn hat.

MEINUNG:

Ich war mir lange unsicher, ob ich dieses Buch lesen soll, da ich mir nicht so recht vorstellen konnte, ob es nicht schlichtweg zu langweilig sein würde. Da ich  jedoch durchweg nur Gutes über dieses Buch hörte, wurde ich neugierig und bereue es nicht es gelesen zu haben. Jeder der selbst Tiere hat oder damit aufgewachsen ist, kann nachvollziehen wie sehr einem diese ans Herz wachsen können. Gerade in schweren Zeiten sind Tiere oft die einzigen Wegbegleiter, die einem beistehen ohne etwas infrage zu stellen. James Bowen beschreibt eindrucksvoll und tiefgründig wie wichtig und entscheidend Bob für ihn war, um sein Leben zu ändern. Er selbst war sich damals egal gewesen. Für Bob musste er lernen Verantwortung zu übernehmen.

LESEEMPFEHLUNG:

Das Buch ist für alt und jung geeignet. Jedoch sollte man selber schon ein kleiner Tiernarr sein, um alles nachvollziehen und sich dort hineinversetzen zu können.


FAZIT:

Eine rührende, emotionale Geschichte. Authentisch, dramatisch und mit einer Prise Humor erzählt. Ein wirklich wunderschönes Buch.

Matt Haig "Ich und die Menschen" (Rezension)

Titel: Ich und die Menschen
Originaltitel: The Humans
Autor: Matt Haig
Taschenbuch: 352 Seiten
Verlag: dtv
Preis: ca.14,90€

 

 

 

INHALT:

Ein namenloser Vendorianer wird in menschlicher Gestalt auf die Erde geschickt, um ua. neuste mathematische Erkenntnisse eines Professors zu zerstören, die einen großen Fortschritt für die Menschheit bewirken würde. Auch soll er die Lebensform "Mensch" und ihre Welt näher unter die Lupe nehmen. Um sich bestmöglich zu integrieren übernimmt der Namenlose die Identität jenes Professors und heißt fortan Andrew Martin, ist verheiratet und hat einen 15-jährigen Sohn, der in einer depressiven Phase steckt. Der Namenlose versteht jedoch nicht viel von Gefühlen und hat kein Verständnis für Dinge, die weder der Mathematik, noch einer anderen sinnvollen Wissenschaft dienen. Auch versteht er die gesellschaftlichen Konventionen der Erdenbürger nicht. Wozu zum Beispiel braucht man Kleidung? Der Namenlose versucht zu verstehen, doch hofft sich bei dieser Erkundungsreise nicht zu verändern.

WISSENSWERTES:

Autor Matt Haig hatte bereits im Jahr 2000 die Idee für dieses Buch, als er unter derart starken Panikatacken litt, dass er kaum noch vor die Tür ging. Er kapselte sich ab und nutzte das Schreiben als eine Form der Selbsttherapie für sich. Jedoch verfasste er diese Geschichte erst nachdem er seine Panikanfälle wieder in Griff bekommen hatte.

SCHREIBSTIL:

Die Geschichte ist aus der Ich-Perspektive geschrieben, d.h. aus der Sicht des Namenlosen.

"Hinter der Unzufriedenheit der Menschen steckte also nicht
nur der Mangel an Zeit, sondern vor allem der Mangel an Fantasie.
Sie nahmen einen Tag, der einigermaßen gut funktionierte,
und dann blieben sie dabei und wiederholten ihn, mindestens
von Montag bis Freitag. [...] Der erste Vorschlag, den ich ihnen machen wollte, war, manche Dinge einfach umzudrehen. Zum Beispiel fünf lustige Tage
und zwei ernste Tage einzurichten statt umgekehrt. Auf diese
Art – ja, nennt mich ein Mathematikgenie – hätten sie in der
Summe weitaus mehr Spaß." (S.236f)


MEINUNG:

Eigentlich bin ich kein Fan von Geschichten, in denen Außerirdische vorkommen. Daher habe ich dieses Buch auch zunächst gemieden. Erst als ich eine Rezenssion zu diesem Roman las, in der darauf aufmerksam gemacht wurde, dass es alles andere als eine typische Alien-Geschichte sei, fand das Buch doch einen Weg in mein Regal.
Beim Lesen war ich von der ersten Seite auf direkt begeistert. Der Schreibstil des Autors gefiel mir sehr gut. Er findet einfach die passenden Worte für seine Gedanken und Gefühle. Allerdings beinhaltet das Buch nicht sehr viel Handlung. Es ist viel mehr eine Anhäufung philosophischer Gedanken, die in eine eher seichte Geschichte verpackt wurde. Viel Spannung kommt da nicht auf. Die Grenzen zwischen Roman und Selbsthilfebuch verwischen dabei oftmals. Das ist jedoch keineswegs negativ gemeint. Somit haben die Gedanken des Namenlosen viel mehr Raum sich zu entfalten. Daher hier ein großer Pluspunkt. Schade finde ich jedoch ein wenig, dass es zum Ende hin zunehmend etwas "kitschiger" wurde. Natürlich ist da bei jedem das Empfinden anders, was er als kitschig empfindet, aber auf mich wirkte es so. Somit lässt auch der Humor, den der Anfang des Buches ausmachte mit der Zeit nach und fand nur noch an wenigen Stellen seinen Platz. Nichtsdestotrotz ist es eines der schönsten Bücher, das ich in letzter Zeit gelesen habe.

PS: Stellenweise erinnerte der Namenlose mich sogar ein wenig an Castiel aus Supernatural. Dies war vor allem zu Beginn so der Fall, sodass ich mir den Protagonist auch komischerweise optisch die ganze Zeit so vorstellen musste ;)

FAZIT:

Obwohl mir zum Ende hin nicht alles zu 100% gefiel, habe ich dieses Buch irgendwie in mein Herz geschlossen und schlage nicht aus, dass ich es nicht nochmal lesen werde.

LESEEMPFEHLUNG:

Lasst euch von dem Alien-Hintergrund der Geschichte nicht abeschrecken (wenn es denn so ist). Bei diesem Buch kann man finde ich bereits an den ersten 10-20 Seiten erkennen in welche Richtung es geht. Schaut daher vielleicht vorher in eine Leseprobe rein.

Paulo Coelho "Veronika beschließt zu sterben" (Rezension)

Titel: Veronika beschließt zu sterben
Originaltitel: Veronika Decide Morrer
Autor: Paulo Coelho
Taschenbuch: 224 Seiten
Verlag: Diogenes
Preis: ca.9,90€

 

 

 INHALT:

Zunächst hat es den Anschein, dass Veronika eine ganz normale Frau sei. Sie lebt ein normales Leben, hat einen guten Job, Freunde und nicht einmal eine schlechte Aussicht im Hinblick auf die Zukunft. Dennoch empfindet sie ihr Leben als zu gleichförmig, unspannend und beschäftigt sich viel mit den Gedanken daran, dass es im Alter eigentlich nur noch schlechter, statt besser werden kann. Sie beschließt daher sich mit einer Überdosis Schlaftabletten umzubringen, überlebt diesen Versuch jedoch und findet sich wenig später in einer Nervenheilklinik wieder. Hier wird ihr diagnostiziert, dass sie durch ihren Suizidversuch einen schweren Herzfehler erlitten hat und tatsächlich nicht mehr lange zu leben hat. Erst nimmt sie diesen Befund gleichgültig hin, doch dann ändert sich ihr Gemütszustand von Tag zu Tag...

MEINUNG:

Ich hatte zuvor den Film gesehen und mich sofort in ihn verliebt. Die Geschichte wird darin spannend und auch etwas philosophisch erzählt, ohne jedoch jemals zu übertrieben dramatisch oder kitschig anzumuten. Auch lässt der Film jede Menge Platz für eigene Gedanken und Gefühle, sodass dieser Film nicht so schnell in Vergessenheit gerät. Zwar schlägt es eine eher ruhigere Grundstimmung an, aber wirkt dafür lebensnaher und realistischer als viele andere Filme, die in diese Richtung gehen.

Normalerweise lese ich keine Bücher, wenn ich bereits die Verfilmung kenne, aber hier war ich neugierig. Allerdings wurde ich doch mehr als enttäuscht. Den Charme, den der Film rüber brachte, fehlte dem Roman komplett. Alles wirkte auf mich etwas lieblos erzählt. Auch kam es mir vor, als hätte der Autor sich nicht wirklich mit den beschriebenen psychischen Problemen auseinander gesetzt. Alles wirkte etwas distanziert. Vielleicht irre ich mich, aber ich hatte die ganze Zeit das Gefühl, als wüsste Paulo Coelho nicht wirklich etwas über die Gedanken und Gefühle, die er dort beschreibt - als hätte er eigentlich keinen realen Bezug zu der Thematik und könnte sich nicht dort hinein versetzen. Dabei heißt es laut seiner Biografie, dass er selber in der Vergangenheit Patient in einer Klinik war. Da hätte ich eigentlich erwartet, dass er an das Thema tiefgründiger und feinfühliger heran geht. Einfach anders. Auch mochte ich es nicht besonders, dass der Autor sich selbst immer wieder in die Handlung integrierte. Das störte den Lesefluss. Hätte ich das Buch zuerst gelesen, hätte ich um den Film wohl einen großen Bogen gemacht. So bin ich doch froh es anders herum gemacht zu haben.

FAZIT:

An sich eine wunderschöne und tragische Geschichte, die mich in der filmischen Umsetzung jedoch sehr viel mehr überzeugte. Der Roman wirkte im Gegensatz zum Film doch leider oftmals realitätsfern und oberflächlich. Sehr, sehr schade.

Neil Gaiman "Das Graveyard-Buch" (Rezension)

Titel: Das Graveyard-Buch
Autor: Neil Gaiman
Taschenbuch: 312 Seiten
Verlag: Arena
Preis: ca.9,99€

 

 

 

INHALT:

Dies ist die Geschichte eines Jungen, der eigentlich in einer ganz normalen Familie aufwachsen und ein ebenso normales Leben führen sollte. Alles kommt anders. Nachdem ein gewisser Jack seine Eltern und auch seine Schwester umbringt, flieht er auf den Friedhof und hält sich dort versteckt bis die Geister Verstorbener sich dem kleinen Jungen annehmen und ihm zum Ehrenbürger des Friedhofes ernennen. Um den Jungen nicht namenlos aufzuziehen geben sie ihm den Namen Nobody Owens. Fortan tun sie alles Erdenkliche, um Nobody (kurz genannt Bod) vor dem Mörder seiner Eltern zu beschützen. Bis zu seinem 15.Lebensjahr lebt er auf dem Friedhof und hat nur selten Kontakt zu den Lebenden, doch dann taucht plötzlich Jack wieder auf und will sein Werk von damals zu Ende bringen...

WISSENSWERTES:

Neil Gaiman ließ sich durch "Das Dschungelbuch" zu diesem Roman inspirieren. Allerdings sollte das Findelkind diesmal nicht von Tieren, sondern Geistern großgezogen werden.


MEINUNG:

An sich hat die Geschichte viele schöne Ideen. Alleine schon das Wortspiel um den Namen Nobody Owens gefiel mir [Nobody Owens = Nobody Ow(e)ns (him) = Der Junge, der niemandem gehörte]. Allerdings fand ich die Handlung teilweise etwas zu fad, sodass ich mich stellenweise wirklich zwingen musste weiter zu lesen. Ich bin an sich ein Fan skurriler Geschichten. Als ich auf das Buch aufmerksam wurde, dachte ich sofort ein wenig an Tim Burton, der die Zuschauer in seinen Filmen schließlich auch gerne mal in kuriose Welten entführt. Dieser Wunsch wird hier auch erfüllt. Allerdings hatte ich bei diesem Werk oft das Gefühl, als hätte der Autor mehrere Buchideen in einem Roman verflechten wollen. Manche Kapitel wirken dabei geradewegs so, als hätte man daraus getrost auch eine Kurzgeschichte machen können. Abgesehen davon, dass man stetig die selbe Hauptfigur durch die einzelnen Passagen begleitet gibt es nur einen sehr dünnen roten Faden. Obgleich ich es stellenweise extrem langatmig oder auch zu vorhersehbar fand, muss ich sagen, dass ich mich ein wenig in das Ende dieses Buches verliebt habe. Es ist für die Geschichte um Bod das perfekte Ende und bietet den entscheidenen Kontrast zu seiner vorherigen Lebensgeschichte.

CHARAKTERE:

Ich möchte nicht zu viel verraten. Daher fasse ich es so kurz wie möglich. Außer mit Nobody und der Hexe Liza, konnte ich mit den Charakteren leider nur wenig anfangen. Silas war auch noch recht interessant, aber größtenteils fand ich die Charaktere leider etwas zu farblos. Andererseits hatten viele der Charaktere auch zu wenig "Bühnenpräsenz" um einen zu fesseln oder ans Herz zu wachsen. Vor allem aber Jack und die anderen "Bösewichte" waren mir zu klischeehaft dargestellt, sodass mich auch die Auflösung hinter der ganzen Mordgeschichte nicht wirklich überzeugen konnte.

FAZIT:

Eine schöne Idee, die meiner Meinung leider nur teilweise gut umgesetzt
wurde. Wer sich durch die etwas langatmigen Stellen durchringen kann, wird jedoch am Ende mit einem melancholischen Ende belohnt, das traurig und schön zugleich ist. Gerade für Kinder beherbergt dieses Buch viele wichtige Botschaften.

Anne Rice "Interview mit einem Vampir - Claudias' Story" (Rezension)

Titel: Interview mit einem Vampir - Claudias' Story
Autorin: Anne Rice
Illustratorin: Ashley Marie Witter
Gebundene Ausgabe: 226 Seiten
Verlag: Carlsen
Preis: ca.19,90€




"Licht... So begann es, und so würde es enden."


INHALT:

Claudia war jenes Kind, das Louis beinahe getötet hätte und Lestat schließlich zu neuem Leben erweckt hatte. Zu einem verdammten Leben - ein Leben als Vampir. Zunächst sieht sie in Louis und Lestat noch ihre Väter und zugleich Lehrer, die sie bewundert. Dies ändert sich jedoch, als sie ihren jungen Körper immer mehr als ein Gefängnis sieht. Denn ihr Fluch ist es nie erwachsen zu werden, nie ein echtes Gewissen zu haben und nie zu lieben.

"Geblendet von den Schmeicheleien krabbelte er willig in mein Netz blind gegen die Spinne, die dort lauerte."


ZEICHNUNGEN:

Die Zeichnungen sind relativ detailreich. Nicht so schlicht wie in den meisten Comics, aber auch nicht so aufwendig wie beispielsweise die Bilder in Graphic Novels von Victoria Frances. Für die Menge der Zeichnungen in diesem Bildband ist die Qualität jedoch fast überweltigend. Die monochrome, schwarz-weiße bis leicht sepiafarbene Gestaltung gefiel mir dabei besonders. Sie unterstreicht nicht nur das Setting der Geschichte, sondern verleiht dem Buch einen edlen Touch. Lediglich das Blut wurde in satten Rottönen hervorgehoben, welches wiederum die Brutalität, die in Claudias' Leben vorherrscht unterstreicht.

MEINUNG:

Die Geschichte um Claudia bietet eine Menge Potential. Sie ist ein sehr interessanter, wiedersprüchlicher Charakter, den man trotz ihrer Gräueltaten niemals wirklich hassen kann. Man leidet mit ihr. Dies schafft diese Graphic Novel auch meistens relativ gut. Allerdings mehr über die Bilder, als über die Dialoge. Einzig die Gedankengänge von Claudia lassen einen hin und wieder in ihre Gedankenwelt mitabdriften. Leider jedoch meistens von kurzer Dauer. Man rast zu schnell durch das Geschehen, wodurch etwas an Tiefe verloren geht.

FAZIT:

Eine kurzweilige Graphic Novel mit wunderschönen Zeichnungen und einem spannenden Plot, dem man jedoch mehr Tiefe hätte verleihen können. Wer zudem den Roman "Interview mit einem Vampir" und/oder auch den gleichnamigen Film kennt, erfährt hier nicht wirklich viel Neues. Fans von Anne Rice oder melancholischen Vampirgeschichten der alten Schule sollten sich dies dennoch nicht entgehen lassen.

John Niven "Gott bewahre" (Rezension)

Titel: Gott bewahre
Originaltitel: The Second Coming
Autor: John Niven
Taschenbuch: 400 Seiten
Verlag: Heyne
Preis: ca.9,99€






 INHALT:
Kaum macht Gott einen kurzen Urlaub von ca. 400 Erdenjahren und übergibt seinem Sohn die Urlaubsvertretung herrscht auf der Erde ein riesiges Chaos aus Komerz, Geldgier und politischen Machtspielchen. Gott kann es gar nicht glauben wie sehr sich die Welt seit seiner Abreise verändert hat. Als er seinen Sohn zur Rede stellt findet er heraus, dass dieser von alledem selbst kaum etwas mitbekommen hat und sich lieber die Zeit mit anderen Dingen vertrieben hat wie z.B. Gitarre spielen mit Hendrix. Gott sieht jedoch noch eine Chance für die Menschheit und schickt Jesus auf die Erde, um das einzig wahre Gebot zu verbreiten: Seid lieb!

MEINUNG:
Wie fand ich dieses Buch? Der erste Teil des Romans, der sich über die ersten 70 Seiten erstreckt, hat mich fast dazu gebracht das Buch abzubrechen. Zunächst war es der Schreibstil mit seiner doch eher recht derben Ausdrucksweise, an den ich mich erstmal etwas gewöhnen musste. Außerdem hat mich die Beschreibung der Hölle, doch eher etwas angekelt. Ich will nicht zu viel vorweg nehmen, aber die Art und Weise, was dort beschrieben wird und wie Gott und Jesus noch fröhlich lächelnd daran vorbei gehen war mir einfach an der Stelle etwas too much. Dennoch wollte ich das Buch nicht weg legen, weil ich wissen wollte, was Jesus bewirkt, wenn er in unserer Zeit wiedergeboren wird. Ab da wurde das Buch dann auch von Seite zu Seite besser und bot auch einige interessante Denkanstösse, die mir selber zum Teil auch schon durch den Kopf gegangen sind. Schön zu sehen, dass ich mit diesen Gedanken nicht alleine bin.
Die Charaktere sind gut gezeichnet und auch wenn die Darstellung dieses Jesus zunächst etwas gewöhnungsbedürftig war, habe ich ihn schnell ins Herz geschlossen. Genauso wie seine Freunde.

FAZIT:
Ich selber musste bei dem Buch immer wieder schmunzeln, aber auch den Kopf schütteln. Ich bin froh, dass ich nach 70 Seiten nicht bereits aufgegeben habe. Sonst hätte ich ein ganz besonderes Buch verpasst. Allerdings finde ich, dass man gerade zu Beginn und zum Ende des Romans eine Menge Potential verschenkt hat, um diesem gesellschaftskritischen Roman noch zusätzlichen einen philosophischen Touch zu verleihen. Der Autor hat sich da wohl leider hin und wieder etwas zu sehr dazu verleiten lassen seine Aussagen hip und cool rüber zu bringen. Vielleicht wäre da an einigen Stellen weniger mehr gewesen.

LESEEMPFELUNG?:
Ich denke, dass Buch wird definitv nicht jedem gefallen. Man sollte seine Religion bzw. Religion allgemein nicht ganz so ernst nehmen und auch schwarzen Humor verstehen können. Ich muss an der Stelle aber auch sagen, dass ich selber kein Kirchgänger bin. Mir hat es gut gefallen und mich am Ende sogar zu Tränen gerührt.

In dem Sinne: Seid lieb! ;)

Jonathan Stroud "Lockwood und co. - Der wispernde Schädel" (Rezension)

Titel: Lockwood und co. - Der wispernde Schädel
Autor: Jonathan Stroud
Gebundene Ausgabe: 512 Seiten
Verlag: cbj
Preis: ca.18,99€





INHALT
Die kleinste Agentur zur Bekämpfung übernatürlicher Phänomene ist wieder da! Gleich zu Beginn geraten sie jedoch in einen gefährlichen Einsatz, den sie wegen fehlerhafter Recherche nur mit Hilfe von Kipps & seiner Truppe zu Ende bringen können. Die beiden Teams sind sich jedoch niemals wohl gesinnt gewesen, sodass das Team um Lockwood das Bedürfnis verspürt Kipps zu zeigen, dass sie sein Team in einem Wettstreit locker schlagen würden. Schließlich will keiner der drei Jugendlichen es auf sich sitzen lassen wie demütigend Kipps sie während und nach diesem Einsatz behandelt hat. Somit beginnen die Ermittlungen beider Teams um einen legendären Knochenspiegel, der aus einem mysteriösen Grab entwendet wurde. Welches Team das gestohlene Artefakt zuerst findet geht als Gewinner hervor. Doch was ist der Gewinn? Das Verliererteam muss in der Zeitung seine Niederlage öffentlich bekunden und die Gewinner als die besseren Agenten ins Licht setzen. Lockwood ist sich seine Sieges sicher, doch schaffen sie es auch wirklich?

MEINUNG
Mir gefiel der zweite Teil der Reihe noch besser als der erste Teil. Im ersten Teil wurde noch viel erklärt, die Charakere mussten dem Leser näher gebracht und und und... Bei diesem Band wird direkt in das Geschehen eingegangen, man weiß bereits wie die Charaktere ticken und hat sie ins Herz geschlossen. Somit fiebert man zu Beginn schon ganz anders mit als beim ersten Teil. Auch finde ich den Spannungsaufbau dieses Mal um einiges temporeicher und abwechslungsreicher. Mein ganz persönliches Highlight war der sprechende Schädel/Geist im Glas, der mich durch sein loses Mundwerk immer wieder zum Schmunzeln brachte. Außerdem schafft der Autor es mal wieder durch seinen trockenen Humor einen immer wieder mitzureißen und den Charakteren seiner Geschichte ebenso Lebendigkeit zu verschaffen. Nur zur Mitte hin hat das Buch einige etwas langatmige Passagen, die sich zum Ende hin jedoch auflockern und in einem fulminatanten Finale gipfeln.

FAZIT
Nicht nur für Kinder und Jugendliche ein spannendes und mitreißendes Buch. Ich freue mich schon auf den dritten Teil und bin gespannt wie es da jetzt nach diesem Ende weiter geht.

Antje Herden "Letzten Mittwoch habe ich die Zukunft befreit" (Rezension)

Titel: Letzten Mittwoch habe ich die Zukunft befreit
Autorin: Antje Herden
Gebundene Ausgabe: 224 Seiten
Verlag: Tulipan
Preis: ca.12,95€





INHALT
Sandro, Tilda und Kurt fühlen sich in der Weltretter-Rolle gefangen und somit sieht es auch ihr neustes Abenteuer wieder vor, dass sie dafür sorgen müssen, dass die Erde nicht im Chaos versinkt. Schließlich scheint das Gleichgewicht zwischen Raum und Zeit durch die bösen Machenschaften des Mr.Baker auseinander zu brechen. Hilfe bekommen Sie bei diesem schwierigen Unterfangen von dem mysteriösen Mr.Hobbes. Wird es Ihnen gelingen wieder Ordnung in das Raum-und Zeitgefüge zu bringen oder bringen sie es stattdessen noch mehr durcheinander?

CHARAKTERE
Die Figuren in dem Buch sind alle unterschiedlich und damit auch gut ausseinander zu halten. Man bekommt schnell ein Gefühl für die Eigenarten der Charaktere. Allerdings wirkte Sandro mir an manchen Stellen persönlich ein wenig zu erwachsen für sein Alter. Dagegen empfand ich Tilda als etwas zu albern und anstrengend in ihrer Ausdrucksweise. So erfindet sie beispielsweise gerne auch mal neue Schimpfworte. Ob man dies mag oder nicht ist aber wohl auch eine Geschmacksache, weshalb ich dies nicht unbedingt als negative Kritik anmerken würde.

DAS THEMA TOLERANZ
Hier möchte ich ein Lob aussprechen. Die Autorin schafft es wirklich gut auf das Thema "Andersartigkeit" einzugehen. So wird beispielsweise gleich bei der Ankunft der Kinder im Jahr 1895 auf die Gefangenschaft von Oscar Wilde eingegangen. Dieser saß zu dieser Zeit wegen seiner Homosexualität im Gefängnis. Die Kinder verstehen diese Strafe nicht und antworten auf die Aussage, dass Mr.Wilde Männer liebte nur mit "Na und?" So wird in einer kleinen beiläufigen Szene offen mit diesem Thema umgegangen.
Des Weiteren finden sich die Kinder in einer Freakshow wieder. Hier treffen Sie auf von oben bis unten tattoowierte Menschen, die für viele genau wegen diesem Aussehen als abschreckend wahrgenommen werden. Allerdings merken die Kinder schnell, dass sie es hier mit wirklich netten und freundlichen Menschen zu tun haben und das Äußerlichkeiten fast gar nichts über eine Person aussagen.

RECHERCHE
Die Autorin hat hier gut recherchiert und viele Informationen über diese Zeit herausgefunden und in ihrem Roman eingeflochten. Allerdings erscheint mir die Beschreibung des viktorianischen Londons teilweise auch etwas zu düster für Kinder. Natürlich ist es nahezu unmöglich dieses Zeitalter ohne Schattenseiten zu beschreiben, da diese leider überwogen haben. Dennoch hätte ich mir gewünscht, dass auch ein paar mehr positive Seiten dieser Zeit aufgezeigt werden. Genug Material gibt es auch da.
Zudem wurden meiner Meinung nach zu viele wahre Daten und Fakten einfach nur beiläufig erwähnt, ohne das nähere Erklärungen folgten oder nochmals darauf eingegangen wird. Die Morde des Jack the Ripper werden genauso wie die Romane von Sir Arthur Conan Doyle und seine Sherlock Holmes-Geschichten nur nebenbei kurz erwähnt, wodurch zwar viele Informationen in dem Roman untergebracht wurden, jedoch mit wenig Spielraum für ein genaueres Bild. Somit denke ich, dass ein Kind, das sich nicht zwangläufig schon ein wenig mit den im Roman genannten Fakten und Personen beschäftigt hat danach nur wenig davon noch im Gedächtnis behalten wird. Vielleicht wäre hier weniger mehr gewesen. Stattdessen hätte man einige wissenswerte Informationen an geeigneter Stelle wiederholen sollen. Positiv ist jedoch die bildhafte Atmosphäre, die einen guten ersten Gesamteindruck des Victorian Age bietet. Die schlechten Hygienebedingen, wie auch der Gestank aus den Gassen werden gut beschrieben.

FAZIT
Ein abenteuerliches Kinderbuch mit ein paar Stärken und Schwächen. Ich würde dieses Buch nicht unbedingt einem Kind zum alleinigen Lesen geben, da dieses Buch sehr viele Fragen über das Victorian Age aufwirft. Wenn jedoch ein Elternteil diese Geschichte mit seinem Kind gemeinsam liest, kann man sich dazwischen genug Pausen gönnen um über das Gelesene zu reden. Schließlich werden auch einige unschöne Dinge wie die Morde des Jack the Ripper oder der Tod von Sandros' Vater durch einen Tumor angedeudet. Auch wenn darauf nicht ins Detail eingegangen wird, sollte man überlegen, ob man dies seinem Kind bereits zumuten kann. An dieser Stelle könnte ich ein Mindestalter für das Lesen dieses Buch vorschlagen, möchte ich aber nicht. Schließlich ist jedes Kind, unabhängig vom Alter, anders. Nicht allzu sensible Kinder können jedoch jede Menge Spaß an diesem Buch haben. 

Roald Dahl "Charlie und die Schokoladenfabrik" (Rezension)

Titel: Charlie und die Schokoladenfabrik
Autor: Roald Dahl
Taschenbuch: 160 Seiten
Verlag: rororo
Preis: ca.7,99€






Der kleine Junge Charlie lebt mit seiner Familie in einem kleinen, heruntergekommenen Haus. Die Familie hat kaum Geld für die tägliche warme Mahlzeit. Da ist Schokolade beinahe schon purer Luxus. Als der Fabrikant Willy Wonka ein Gewinnspiel ins Leben ruft, bei dem vier Kinder eine Besichtigung seiner sagenumwobenen Schokoladen-Fabrik als Preis ergattern können, werden die Läden auf der ganzen Welt nahezu überrannt. Auch Charlie wünscht sich den Gewinn mehr als alles andere. Allerdings sieht er auch nicht große Chancen für sich. Wie durch ein Wunder bekommt er jedoch eines der goldenen Tickets und darf feststellen, dass die Fabrik nicht nur ein Ort mit viel Süßigkeiten ist, sondern auch voller Fantasie. Einiges scheint hier jedoch nicht mit rechten Dingen zu zugehen. Somit kommt die Frage auf, warum Willy Wonka ausgerechnet jetzt ein paar Kinder in seine Fabrik lässt, wo er doch seit etlichen Jahren niemanden mehr über die Schwelle seiner Tore gelassen hat.

Alleine die Ideen, die in dem Buch stecken sind klasse. Die Kinder, die bei dem Gewinnspiel als glückliche Sieger hervorgehen, könnten unterschiedlicher nicht sein. Somit darf man sich hier nicht nur auf ein witziges und spannendes Abenteuer freuen, sondern auch ein Buch das Kindern versucht die richtigen moralischen Werte zu vermitteln ohne dabei allzu wertend zu sein.

Der gleichnamige Film von Tim Burton ist eigentlich sogar noch besser als das Buch, aber dennoch sollte man sich diesen Lesespaß nicht entgehen lassen. Egal ob man nun jung oder alt ist.

Susan Crandall "Pitch Black: Ohne Ausweg" (Rezension)

Titel: Pitch Black - Ohne Ausweg
Autorin: Susan Crandall
Taschenbuch: 400 Seiten
Verlag: Egmont LYX
Preis: ca.8,99€






Das Buch handelt von der Journalistin Madison, die von Philadelphia in eine Kleinstadt zieht, um ihrem Adoptivsohn Ethan ein neues, besseres Leben zu ermöglichen. Ethan, der ohnehin durch seine turbulente Vergangenheit eine Schutzmauer um sich herum aufgebaut hat, wird nun obendrein zu einem der Hauptverdächtigen in einem Mordfall. Sheriff Gabe beginnt zu ermitteln und hat obendrein ein Auge auf Madison geworfen, die seine Avancen zunächst umgeht.

Der Klappentext besagt, dass Ethan vor dem Umzug auf die schiefe Bahn geraten sei. Dies stimmt jedoch nur bedingt. Er war gezwungen zwei Jahre auf der Straße zu leben. Die genauen Gründe möchte ich an dieser Stelle für alle potenziellen Leser jedoch lieber vorenthalten. Somit ist Ethan an sich kein Junge, der sich in der Vergangenheit in kriminelle Machenschaften verwickelt hat, sondern jemand dem das Schicksal ziemlich übel mitgespielt hat. Ich finde dies ist ein definitiver Unterschied.

Das Buch hat einen angenehmen Schreibstil und die Dialoge versprühen Charme, Witz und an der richtigen Stelle auch Melancholie. Mal verfolgt man Ethan auf seinem Weg durch die Anschuldigungen. Mal erfährt man mehr über Gabe Wyatt und seine Ermittlungen und dann wiederum wird detailliert auf Madison eingegangen, die versucht trotz der schweren Anschuldigungen gegenüber ihren Sohn einen kühlen Kopf zu bewahren.

Ich möchte das Ende natürlich nicht vorweg nehmen. Allerdings empfand ich es als schade, dass es ziemlich vorhersehbar war, wie alles endet und wer der Täter ist. Die Charaktere wirken teilweise gut ausgearbeitet. Allerdings schafft es Sheriff Gabe Wyatt nicht seinen Beruf glaubhaft zu präsentieren. Er übersieht einfach ein paar offensichtliche Dinge, die mich als Leser schon zu Beginn stutzig gemacht hatten. Irgendwie bleibt er bei seinen Ermittlungen auf der Stelle stehen, ohne ein wenig um die Ecke zu denken. Wäre er am Anfang seiner Karriere hätte man dies als charmante Anfängerfehler abtun können. Es wird jedoch erwähnt, dass er dieser Tätigkeit bereits seit über 10 Jahren nachgeht.

Eine Menge Potenzial war da und ich habe einige Charaktere wirklich lieb gewonnen und ins Herz geschlossen. Allerdings war die Kriminalgeschichte an einigen Ecken zu schwach ausgearbeitet. Dennoch kann ich das Buch getrost weiter empfehlen. Wer allerdings einen blutigen Thriller erwartet, sollte hier eher nicht zugreifen. Somit ist "Pitch Black - Ohne Ausweg" doch eher ein Drama mit ein paar Crime- und Romance-Elementen.

Alex Irvine "Supernatural: John Winchester's Journal" (Rezension)

Titel: Supernatural - John Winchester's Journal
Autor: Alex Irvine
Taschenbuch: 224 Seiten
Verlag: IT Books
Preis: ca.12,95€





WICHTIG
Dieses Buch ist bisher nur in englischer Original-Sprache erschienen.

MEINUNG
Vorweg möchte ich das Buch erstmal für seine Aufmachung loben. Zahlreiche Fotos, Artikel und Zeichnungen geben dem Buch das gewisse Etwas und es macht Spaß darin auch einfach nur so mal zwischendurch zu blättern.

Fans der Serie sollten jedoch schnell ein wenig verwirrt sein, da nicht alles 1:1 aus der Serie im Tagebuch von John Winchester übernommen wurde. Darauf möchte ich nun aber nicht genauer eingehen, sondern es nur als gut gemeinten Hinweis mit auf den Weg geben.

Zudem hat das Buch keine wirkliche Handlung und dient wirklich nur als Ergänzung zur Serie. Die Tagebucheinträge von John Winchester sind allerdings sehr interessant zu lesen und man muss hier und auch ein wenig schmunzeln, wenn man etwas über die Jahre erfährt, in denen Sam und Dean noch Kinder oder Jugendliche gewesen sind. Zwischendurch ist es auch etwas traurig zu lesen und man lernt auch die einfühlsamere Seite von John etwas kennen. Leider kommt diese Seite meiner Meinung nach in der Serie nämlich etwas zu knapp.

FAZIT
Auch für Leser, die nicht so bewandert in der englischen Sprache sind, gut zu verstehen.

Ally Condie "Atlantia" (Rezension)

Titel: Atlantia
Autor: Ally Condie
Gebundene Ausgabe: 416 Seiten
Verlag: Fischer FJB
Preis: ca.16,99€

 

 

 

INHALT:

Schon immer träumte Rio von der Welt über dem Meeresspiegel, doch hat sie ihrer Zwillingsschwester Bay versprochen bei ihr in Atlantia zu bleiben. Daher ist es für sie umso überraschender als sich plötzlich Bay dazu entscheidet nach oben zu gehen. Ohne Eltern und ihre Schwester sieht das Leben für sie in Atlantia zunächst jedoch nicht so rosig aus. Am liebsten würde sie Bay folgen, doch da sie das letzte verbleibende Mitglied ihrer Familie ist, ist es ihr untersagt nach oben zu gehen. Rio aber will nicht aufgeben und einen Weg finden um zurück zu ihrer Schwester zu kommen. Ein Geheimnis zerrt jedoch an ihr. Sie ist kein gewöhnlicher Mensch. SIe ist eine Sirene und darf niemanden die Wahrheit darüber erzählen.

MEINUNG:

Atlantia ist eine etwas ruhigere Dystopie mit ein paar Fantasy-Einflüssen. Statt vieler dramatischer Szenen oder auch Action wird hier zu Beginn mehr erklärt und Geschehnisse der Vergangenheit werden erläutert. Diese Erklärungen erfolgen jedoch nur stückweise, wodurch um Atlantia und auch die Welt oberhalb des Meeresspiegels ein mystischer Nebel gelegt wird, der nur langsam gelüftet wird. Die Welt, die Ally Condie hier geschaffen hat ist relativ schlicht, aber nicht ideenlos. Hier liegt die Fantasie in vielen kleinen Nebenelementen, statt der Handlung an sich. Zunächst passiert daher auch nicht sehr viel. Erst gegen Ende überschlagen sich die Ereignisse und kommen leider etwas zu abrupt zum Ende. Dennoch hat die Geschichte um Atlantia ihren ganz eigenen Charme. Auch wenn sich die Spannung nur langsam aufbaut, entwickelt der Roman einen Sog, dem man sich nicht so leicht entziehen kann.

FAZIT:

Heute gibt es fast nur mehrteilige Reihen und kaum noch Einzelbände. Genau da kommt ein Buch wie Atlantia als zwischenzeitliche Lektüre gelegen. Auch wenn die Geschichte anders war als erwartet, hat sie mir dennoch gefallen. Ich kann "Atlantia" getrost weiter empfehlen, weise jedoch darauf hin, dass die Handlung eher ruhig und schlicht gehalten ist. Zudem werden viele Fragen in den Raum geworfen, die nur zum Teil geklärt werden oder Thematiken nur recht oberflächlich angeschnitten. Eigentlich mag ich es nicht sonderlich, wenn einem Roman an bestimmten Stellen die Tiefe fehlt. Hier ist dies jedoch gar nicht schlimm, sondern sogar passend. Dadurch wirkt "Atlantia" geheimnisvoller und weckt viel Raum für die eigene Fantasie.