Donnerstag, 30. April 2015

Alles rund ums Thema "Urheberrecht" (Indie-a-napolis)

Vorweg ist es wichtig zu sagen, dass dieser Beitrag keine eigene Recherche zum Thema "Urheberrecht" ersetzt. Gesetze und Richtlinien können sich stetig ändern und somit stellt dieser Beitrag lediglich einen kurzen Infothread dar, um eine kurze Einführung in das Thema zu bekommen. Nehmt diesen Beitrag daher nicht als patentierte Lösungshilfe.

Ich habe ein Buch geschrieben? Wie kann ich es schützen lassen?
Ein Thema, dass uns auch sehr lange beschäftigt hat und immer wieder auf Kontroversen stößt. Dabei sei gesagt, dass ihr mit der Veröffentlichung eures Werkes automatisch alle Rechte für euer Werk gesichert habt - ganz ohne notarielle Beglaubigung oder dergleichen (Dies gilt jedoch nur für das Werk an sich und nicht für einzelne neue Ideen, Neologismen oder Erfindungen innerhalb der Geschichte. Diese könnt ihr ggf. gesondert schützen lassen). Ab jenem Tag habt ihr das Buch unter eurem Namen an die Öffentlichkeit gebracht. Bis zu diesem Zeitpunkt verstreicht jedoch eine Menge Zeit, in der ihr an eurem Buch arbeitet, feilt und korregiert. Um Hilfestellung zu bekommen werdet ihr dabei bestimmt Meinungen von Außenstehenden einholen und euren Rohentwurf vielleicht auch an Fremde zum Testlesen schicken (was durchaus auch hilfreich und empfehlenswert ist).



 Habt ihr euer Buch erfolgreich veröffentlicht, könnte dies jedoch einige Neider aufs' Programm rufen, die im schlimmsten Fall behaupten die eigentlichen Schöpfer der Geschichte zu sein. Ein Szenario, das man sich nur ungern ausmalen möchte, aber leider vorkommen kann. In diesem Fall müsst ihr beweisen, dass ihr das Buch geschrieben habt. Wie geht das? Hierzu braucht ihr in erster Linie Beweise, die unmissverständlichen klar machen, dass ihr das Werk "zuerst" geschrieben habt. Eine kostengünstige Variante für diverse Notfälle ist es eine Kopie des Mauskripts in einem versiegelten Postumschlag an euch selbst zu adressieren. Der Poststempel gibt hierbei Auskunft über das Datum. Lasst den Umschlag stets verschlossen und lasst ihn wirklich nur öffenen, wenn es zu einem gerichtlichen Fall kommen sollte. Eine andere, aber durchaus kostspieligere Variante ist die Prioritätsfeststellung, die ihr beim Rechtsanwalt und Notar fertigen lassen könnt. Hierbei erhält euer Manuskript Datum und Siegel, stellt jedoch wie auch die erste Variante keinen vollwertigen Urheberrechtsschutz dar.

Markennamen, Stars und Sternchen
Ihr seid in einer Stelle im Buch, an dem ihr George Clooney erwähnen wollt oder eine eurer Figuren um einen Schluck Coca Cola bitten wollt? Eigentlich ist dies kein Problem. Es gibt hierbei jedoch einige Regeln zu beachten. Stars wie George Clooney oder Jennifer Lawrence sind Personen des öffentlichen Lebens. Ihr dürft sie im Kontext eures Romans erwähnen, dürft aber keine Unwahrheiten oder negative Dinge über sie erzählen. Eure erfundenen Charaktere dürfen demnach also beispielsweise gerne mal in einer Klatschzeitung blättern und über den einen oder anderen Star schwärmen. Als agierende Charaktere solltet ihr diverse Stars jedoch nicht einflechten, es sei denn ihr habt die Genehmigung dafür (oder nutzt sie für kostenlose Fanfiction, aber selbst da gibt es Richtlinien!). Bei Markennamen gilt ähnliches. Eure Charaktere dürfen gerne Red Bull trinken, einen BMW fahren oder auch ein Tempo benutzen. Wichtig ist hierbei nur, dass ihr nichts negatives über diese Produkte äußert. Möchtet ihr jemanden demnach beispielsweise einen ungenießbaren Schokoriegel essen lassen, erwähnt lieber keinen Markennamen.

Songtitel und Zitate
Hier ist es wieder etwas schwieriger. Songtitel und Zitate dürfen in der Regel nicht als Überschriften genutzt werden, es sei denn ihr habt die Erlaubnis der jeweiligen Urheber. Im Kontext eures Buches dürfen eure Charaktere jedoch gerne zu ihren Lieblingsliedern mitsingen. Es muss jedoch deutlich hervorgehen, dass diese Textstelle nicht von euch ist und darf auch keine zeilenlange "Kopie" einer Textstelle darstellen. Hierbei habt ihr die Möglichkeit ein Quellenverzeichnis oder Fußnoten zu nutzen. Bei einem Zitat reicht auch die knappe Benennung des Autors direkt unter dem jeweiligen Zitat.

Gemeinfreie Texte oder warum Alice manchmal auch im Zombieland unterwegs ist
Im Urheberrecht gibt es eine Regelung, die besagt, dass man die Werke von Autoren, die bereits vor mehr als 70 Jahren gestorben sind frei verbreiten darf. Auch als Inspiration für eine Neuinterpretation darf man diese Werke verwenden. Aus diesem Grund findet man so viele Neuinterpretationen von Märchen, Legenden und dergleichen. Diese stammen aus einer Zeit, in der es das Urheberrecht noch gar nicht gab und erst noch erfunden werden musste. Wenn ihr eine Geschichte neu interpretieren wollt, die diese Kriterien erfüllt, nur zu! Hier sei jedoch noch ein weiterer Hinweis zu beachten:  In den USA wurde in den 90ern ein zusätzliches Gesetz verfasst: Der Uruguay Round Agreements Act. Hierbei gilt die Regelung, dass ein Werk erst 95 Jahre nach der Veröffentlichung gemeinfrei wird. Dieses Gesetz bezieht sich jedoch nur auf einige wenige Künstler, Filmemacher und Autren und auf die USA.

Wir hoffen unser Artikel konnte euch ein wenig helfen. In weiteren Themen werden wir erneut auf das Urheberrecht eingehen und euch weitere Informationen liefern (insbesonder im Bezug auf Bildernutung und Covergestaltung). Bei Fragen könnt ihr euch jedoch gerne an uns wenden. Sofern wir diese beantworten können, werden wir uns darum bemühen. Ansonsten sei gesagt, dass man zu diesem Thema nie genug wissen kann und immer auf dem laufenden bleiben soll. Auch ist es hilfreich die entsprechenden Bezüge in den Gesetzesgebungen nachzulesen.

Auf bald!

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