Samstag, 29. August 2015

Mehliqa Yigit "Im Reich der Verborgenen - Die Auserwählte" (Rezension)

Titel: Im Reich der Verborgenen (1) - Die Auserwählte
Autorin: Mehliqa Yigit
Taschenbuch: 262 Seiten
Verlag: neobooks Self-Publishing
Preis (ebook): 3,49 €





"Der Tee schmeckt bitter, weil das Leben so bitter ist. Der zweite schon süßer, weil die Liebe süß ist und der dritte sanft wie der Tod."

 

INHALT: 
Shahiqa erwacht mitten in der Wüste, bekleidet mit einem weißen Brautkleid. Nichtsahnend stolpert sie vorran. Sie weiß nicht wie sie hier her gekommen ist, geschweige denn wer sie selbst ist. Alles hat sie vergessen. Auf geheimnissvolle Weise wird ihr der Weg an einen Ort gedeutet, an dem man ihr nicht nur Hilfe bietet, sondern sie auch auf ihre Reise vorbereietet. Eine Reise, die ihr hoffentlich helfen wird ihre Erinnerung zurück zu erlangen und einen Weg nach Hause zu finden. Dabei stößt sie jedoch nicht nur auf mysteriöse Rätsel, zwiespaltige Gestalten, sondern auch auf zahlreiche Prüfungen, die sie bestehen muss. Doch warum und wie ist Shahiqa in der Ebene der Dschinn gelandet und warum scheinen einige ihrer Wegbegleiter mehr über ihre Bestimmung zu wissen, als sie selbst?




MEINUNG: 
Zu Beginn fand ich sehr schnell in die Geschichte hinein. Shahiqa erwacht mitten im Nirgendwo und man tappt als Leser genauso ahnungslos durch die Welt der Dschinn wie sie. Stets hat man das Gefühl mit einem Schleier vor den Augen durch dieses Reich zu laufen und man glaubt in jeder Ecke könnte noch eine weitere Gefahr oder ein neues Geheimnis lauern. Alles wird sehr detailiert und atmosphärisch dicht beschrieben, ohne jedoch dabei alles endlos in die Länge zu ziehen. Man liest nicht nur, man taucht mit in diese neue Welt ein. Ein Schreibstil, der mir sehr gut gefallen hat. Nach und nach trifft Shahiqa immer mehr Leute auf ihrem Weg, die jedoch größtenteils nur kurze Auftritte bekommen. Einzig Sirius, ein Junge, der die Gestalt einer weißen Taube annehmen kann, begleitet sie durch alle Gefahren. Dadurch bleiben viele Figuren etwas undurchsichtig, was ich in dem Fall jedoch nicht allzu tragisch fand. Irgendwie passt es zum Stil der Geschichte, dass alles sehr mysteriös und schleierhaft bleibt. Die wichtigsten Figuren kristalisieren sich auch recht schnell heraus, haben auch ihre Eigenheiten und lassen sich gut voneinander unterscheiden. Lediglich mit Shahiqa hatte ich zeitweise meine Probleme. Sie ist ziemlich selbstlos und Probleme löst sie recht schnell, wodurch sie mir gerade in den vorletzten Kapiteln etwas zu perfekt wirkte. Das sie über sich hinaus wächst gefiel mir, aber dann wurde mir ihre Entwicklung urplötzlich zu unglaubwürdig. Dies fand ich wirklich sehr schade, da mich die Geschichte bis dahin sehr begeistert hat und ich auch mit Shahiqa keine Probleme hatte.
Zu der magischen Welt, die Meliqa Yigit hier kreiert hat kann ich allerdings nur Gutes sagen. Der Ort, an dem die Dschinn wohnen ist nicht bloß einfach eine Parallelwelt oder dergleichen. Ihre Welt existiert zeitgleich mit dem Reich der Sterblichen, nur auf einer anderen Ebene, die nicht für jeden sichtbar erscheint. Nur wenige Menschen schaffen es diese Ebene zu betreten, doch gibt es einen Weg über die Traumebene in die Dschinnwelt hinüber zu gleiten. Darüber hinaus wirkt jenes Reich durch seine zahlreichen Dörfer und Ortschaften sehr lebendig und authentisch. Mehr möchte ich an der Stelle auch nicht sagen. Da sollte sich jeder selbst überraschen lassen.
Was mich zum Ende hin jedoch immer mehr gestört hat war die Tatsache, dass viele Ansätze, die zu Beginn aufgegriffen wurden nur noch selten oder gar nicht mehr zum Bestandteil des Geschehen wurden. Dabei wollte ich über viele Begebenheiten gerne noch mehr erfahren. Stattdessen endet alles mit einen fiesen Cliffhanger, was nicht schlimm ist und sogar sehr neugierig macht. Dabei bleibt es allerdings nicht. Man hat das Gefühl immer noch ein wenig im dunklen Nichts zu schweben und fühlt sich ähnlich verloren wie Shahiqa zu Beginn. Einerseits fand ich das gut, nur andererseits fehlte mir zum Ende hin doch noch das gewisse Etwas. Ich hoffe, dass der zweite Teil besser wird und dass mich die Geschichte wieder so fesseln wird wie am Anfang.


FAZIT: 
Eine etwas andere Geschichte aus 1001 Nacht. Trotz gängiger Fantasyelemente finden sich hier auch viele neue Ideen und interessante Handlungsstränge. Allerdings verliert sich die Geschichte zum Ende hin ein wenig und lässt den Leser immer mehr in ein ungewisses Dunkel vorran treiben. Vielleicht erging es aber auch nur mir so. Man erlebt hier eine regelrechte Berg- und Talfahrt. Ich habe den Roman mit gemischten Gefühlen beendet und bin dennoch neugierig auf die Fortsetzung. Dort werden hoffentlich ein paar meiner Fragen geklärt. Wer nach etwas untypischer Fantasy gespickt mit etwas Drama sucht und kein Problem damit hat, dass vieles offen bleibt sollte hier auf jeden Fall mal einen Blick hinein werfen. Gute drei Sterne von mir, die nah an das vierte Lichtlein am Firmament reichen.


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