Samstag, 5. September 2015

Amy Ewing "Das Juwel - Die Gabe" (Rezension)

Titel: Das Juwel (1) - Die Gabe
Original-Titel: The Juwel (1)
Autorin: Amy Ewing
Gebundene Ausgabe: 448 Seiten
Verlag: Fischer FJB
Preis (Buch): 16,99 €
Preis (ebook): 14,99 €



 

INHALT: 
Violet Lasting hat die besondere Gabe Dinge durch reine Vorstellungskraft zu verformen oder auch zum wachsen zu bringen. Dies ist für sie sogleich Segen und Fluch. Ihre Fähigkeit ermöglicht es ihr zwar der Armut zu entkommen, doch bei einer Auktion an eine reiche Adelsfamilie verkauft zu werden bedeutet für sie auch zugleich, dass ihr Leben fortan nicht mehr selbstbestimmt ist. Als die Herzogin vom See sie für eine stolze Summe ersteigert ahnt Violet nur vage wie grausam alles Bevorstehende sein wird. Da aufgrund der Reinhaltung der Blutlinien die Adeligen unfähig sind gesunde Kinder zur Welt zu bringen, muss Violett nachhelfen. Sie muss der Herzogin vom See ein Kind schenken... und dies ist erst der Beginn eines Strudels aus Gefühlchaos und Intrigen.


MEINUNG: 
Es ist nicht alles Gold, was glänzt. Ein violettes, glitzerndes Cover bekommt man hier zu Gesicht. Einzig der gesenkte Blick des Mädchens lässt die Vermutung aufkommen, dass dieser Roman vielleicht doch etwas düsterer sein könnte.
Der Einstieg in die Geschichte fiel mir etwas schwer. Zwar wird vieles zu Beginn erklärt, aber teilweise so vage, dass ich das Gefühl hatte dem Geschehen nicht richtig folgen zu können. Man versteht zu Beginn nicht warum die Welt, in der Violet lebt so ist wie sie ist. Alles wirkt sehr schemenhaft. Gerade als man jedoch denkt kaum Antworten auf seine Fragen zu bekommen und das alles in diesem Stil bleibt, erfährt der Leser endlich mehr über diese Welt. Bis dahin vergehen allerdings schon einige Seiten, sodass ich schon fast dachte, dass das Buch und ich nicht wirklich warm miteinander werden würden. Zum Glück kam es anders. Noch rechtzeitig hat der Roman die Kurve gekriegt und schaffte es doch noch mich zu begeistern. Spannungsvolle Wendungen und Intrigen gewinnen an Bedeutung und man fängt an richtig in dieses Buch einzutauchen. Man fragt sich stets, wem man hier noch trauen kann und ob es für Violet überhaupt noch Hoffnung gibt diesem Albtraum zu entfliehen. Auch eine Liebesgeschichte bahnt sich an. Zwar wurde diese etwas zu plötzlich in die Wege geleitet, konnte mich aber mit der Zeit doch noch überzeugen. Interessant und spannend ist diese Beziehung allemal. Warum und weshalb möchte ich an dieser Stelle allerdings nicht verraten. Ich bin jedoch sehr neugierig wie es da weiter geht.
Was mich jedoch bis zum Ende etwas irritierte waren die Namen der Adeligen. Somit gäbe es hier eine Gräfin von der Rose, eine Gräfin von der Waage, eine Gräfin vom Stein usw. Irgendwann habe ich mir kaum noch die Mühe gemacht sie auseinanderzuhalten. Allzu wichtig für die Story war es bisher auch noch nicht. Die wichtigsten Charaktere prägt man sich schnell ein und werden auch nicht bloß mit irgendeinem Titel benannt. Lediglich die Herzogin vom See sollte man sich merken, aber als ziemlich polarisierende und häufig agierende Charaktererscheinung fällt dies auch nicht schwer. Wer jedoch Schwierigkeiten haben sollte sich die Figuren zu merken findet im Anhang eine Auflistung aller wichtigsten Hauptcharaktere.
Falls die anderen Gräfinnen usw. in den weiteren Teilen an Bedeutung gewinnen hoffe ich, dass diese irgendwann mit ihrem Namen und nicht ihrem Titel benannt werden. Sonst könnte das Lesevergnügen schnell etwas zu anstrengend werden.
Bei den bisherigen Hauptcharakteren besteht zum Glück keine Verwechslungsgefahr. Alle sind komplett verschieden und haben ihre Eigenarten. Die Herzogin vom See hat es mir dabei ehrlich gesagt ein wenig angetan. Sie ist sicher keine Sympathieträgerin, aber ich würde gerne mehr über ihr bisheriges Leben erfahren und was wirklich in ihr vorgeht. Da man die Geschichte aus Violets' Sicht erlebt, lernt man sie fast ausschließlich als relativ unbarmherzig kennen, doch ich glaube, dass sich hinter ihrer Fassade mehr verstecken könnte. Ich bin gespannt.
Alles in allem hat "Das Juwel - Die Gabe" trotz aller Anfangsschwierigkeiten es geschafft mich zu fesseln. Für ein Jugendbuch ist es ungewohnt düster und geht auf ein paar Thematiken ein, die man in dieser Sparte doch eher seltener zu lesen bekommt.

FAZIT: 
Düsterer als erwartet. Ein Roman, der zunächst recht schleppend anfängt, sich aber von Seite zu Seite steigert. Parallelen zu anderen Dystopien sind deutlich erkennbar, aber der Auftakt hat auch eine ganz eigensinnige Note, die sich hoffentlich in den Fortsetzungen nicht verliert. Wer es nicht abwarten kann nach einem fiesen Cliffhanger auf den nächsten Band zu warten, sollte sich mit dem Lesen des ersten Teiles vielleicht noch etwas gedulden. Von mir gibt es für diesen nicht ganz perfekten, aber dennoch interessanten Einstieg knappe 4 Sternchen und bin gespannt wohin diese Reihe noch führt.


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