Sonntag, 3. Januar 2016

Brent Weeks "Schwarzes Prisma (1)" (Rezension)

Titel: Schwarzes Prisma
Original-Titel: Black Prism (01 The Lightbringer)
Autor: Brent Weeks
Taschenbuch: 800 Seiten
Verlag: Blanvalet
Preis (Buch): 15,00 €
Preis (ebook): 11,99 €



 

INHALT: 
Gavin Guile herrscht als Lord Prisma in der Chromeria über die 7 Satrapien. Wegen seiner Gabe jegliche Farbe des Lichtspektrums zu wandeln wird er von den meisten hochgeehrt. Allerdings hat Gavin vorrausichtlich nur noch 5 Jahre zu leben. 5 Jahre, in denen er noch einige hochgesteckte Ziele erreichen will. Als hätte er nicht bereits genug Probleme, erfährt er plötzlich von seinem unehelichen Sohn Kip. Es erscheint ihm wichtig ihn kennen zu lernen, doch welche Geheimnisse verbirgt Gavin vor der Welt? Ist er wirklich der, den die Leute in ihm sehen? Wie viel an ihm ist Lüge und wie viel die Wahrheit?


MEINE MEINUNG: 
Ich habe lange überlegt, ob ich diese Reihe beginnen soll oder nicht. Highfantasy ist für mich immer ein zweischneidiges Schwert. Manchmal kann es sehr packend und spannend für mich sein, dann aber wiederum kann es mich schnell zu Tode langweilen. Ich selbst bin kein Fan davon, wenn in einem Buch eine ewig lange Reise erläutert wird, die hin und wieder mit epischen Kampfszenen aufgelockert wird. Zum Glück ist dies in diesem Roman nicht so der Fall. Gut, ein paar Kampfszenen gibt es (vor allem zum Ende hin) schon, aber es hält sich noch alles in Grenzen. Sonst muss ich sagen, dass mich die Story nahezu von Anfang an begeistert hat. Lediglich die Farbmagie hat mich zunächst verwirrt und tut es wahrscheinlich immer noch etwas. Dennoch empfand ich die Art der Magie größtenteils als eine sehr gute Idee. Vielleicht hätte man jedoch hier und da bei der Umsetzung noch feilen können. Zwar merkt man, dass Brent Weeks sich hier viel mit der physikalischen Lehre von Licht beschäftigt hat, dennoch war es für mich doch teilweise etwas schwierig mir das alles so genau vorzustellen. Anders erging es mir mit den Charakteren, die allesamt ihre Ecken und Kanten hatten und daher sehr plastisch wirkten. Ich konnte mit fast allen mitfiebern und habe mich ziemlich oft aufgeregt sobald ein Setting-Wechsel war, wenn es gerade spannend wurde und man wissen wollte was mit dem jeweiligen Charakter gerade geschieht. Auch der Schreibstil ist flüssig zu lesen und ich hatte soweit keine Probleme darin einzutauchen und mich von den Worten in eine andere Welt tragen zu lassen. Wer jedoch eine Fantasy mit viel Action und Wesen wie Orks oder auch Elben erwartet wird hier eher enttäuscht werden. Auch andere Fabelwesen sucht man hier vergebens. Einzig und alleine die Farbwichte geben der Story einen zusätzlichen mysteriösen Touch. Dies sind einstige Farbwandler, die sich in ihrer Gabe verloren haben und sich dadurch auch äußerlich verändert haben. Sonst geht es hier mehr um Intrigen, Entschlüsseln von Geheimnissen und politische Machtkämpfe. Klingt vielleicht nicht komplett neu, aber einen Blick sollte man riskieren. Man wird überrascht werden.

CHARAKTERE:
Gavin Guile
Gavin Guile ist die Hauptfigur das Romans und bildet somit den Kern der Handlung. Als vermeintlich einziges lebendes Prisma ist er das Oberhaupt der Chromeria, des politischen und religiösen Stützpunktes von Brent Weeks' Welt. Er beherrscht alle Farben des Spektrums und kann diese somit wandeln, sprich Lichtenergie umformen und in andere Materie transformieren (um es knapp zu beschreiben). Ihm ist es zudem zu verdanken, dass der damalige Bürgerkrieg unter den sieben Satrapien ein jähes Ende fand. Dass dadurch der Frieden jedoch lange nicht gewährt ist, ist für ihn glasklar. Wenn er will kann er sehr charismatisch wirken, neigt aber auch gleichzeitig sehr zu einigen sarkastischen und zynischen Sprüchen. Er wirkt nicht gerade schüchtern. Dennoch würde ich ihn eher als Einzelkämpfer bezeichnen, auch wenn er sich hin und wieder unters Volk mischt und hilft. Über sich persönlich gibt er im Grunde auch nicht viel preis - was nicht verwunderlich ist. Schließlich verbirgt er einige Geheimnisse, die ihm das Leben zur Hölle machen könnten, wenn die falschen Leute davon erfahren. Bis jetzt weiß ich nicht, ob ich ihn sympathisch finde; was allerdings nicht negativ gemeint ist. Gavin ist auf jeden Fall ein interessanter und vielschichtiger Charakter, bei dem es Spaß macht mehr über ihn zu erfahren.

Kip Guile 
Kip Guile mag zunächst wie das Gegenteil von Gavin erscheinen. Er ist tollpatschig, nicht gerade schlank und somit immer dem Spott anderer ausgesetzt. Er selbst hält sich für einen Versager. Seine drogensüchtige Mutter ist ihm dabei auch nicht gerade eine große Hilfe ein gesundes Selbstbewusstsein aufzubauen. Als er schließlich erfährt das Gavin Guile, das Prisma persönlich sein Vater ist fällt er aus allen Wolken. Wie kann jemand wie er mit jemanden wie ihm verwandt sein? Doch auch Kip entpuppt sich bald als Farbwandler mit besonderen Fähigkeiten und tritt schon bald seine Aufnahmeprüfung in der Chromeria an.

Der mysteriöse Gefangene
Gleich zu Beginn lernen wir auch noch einen geheimnisvollen Gefangenen kennen, der seit Jahren von Gavin in einem Kerker festgehalten wird. Nur warum? Während der Gefangene zwischen Dunkelheit und Gestank fast wahnsinnig wird, erfahren wir als Leser Stück für Stück mehr über seine Geschichte.
Weitere Charaktere 
Zudem gibt es zahlreiche weitere Charaktere, die ich größtenteils gespannt verfolgt habe. Zum einen wäre da noch Aliviana Danavis. Sie ist in der gleichen Stadt wie Kip aufgewachsen und sein heimlicher Schwarm. Liv ahnt bereits etwas von seinen heimlichen Gefühlen, scheint aber selber kein Interesse an ihm zu haben. Sie selbst hat auch andere Sorgen, als an Liebe oder auch nur Freundschaften zu denken. Des Weiteren lernt man Karris Weißeiche kennen, die dem Prisma als Schwarzgardistin nicht nur dient, sondern auch eine engere Beziehung zu Gavin führte. In ihrem Wesen wirkt sie zunächst kühl, burschikos und irgendwie unnahbar. Erst spät erfährt man mehr über sie und kann sich besser in sie hinein versetzen. Am Anfang hatte ich doch ein paar Schwierigkeiten mit ihr, während ich Liv direkt ins Herz geschlossen habe.

PRO&CONTRA:
+ vielschichtige und unterschiedliche Charaktere
+ eine interessante Hauptfigur, die ein wenig undurchsichtig erscheint
+ abwechslungsreiche Handlungsorte
+ eine neue Art von Magie, die auf der physikalischen Lehre des Lichts basiert
+ Spannende und fesselnde Wendungen
+ unterhaltsame Dialoge mit einer Portion schwarzem Humor
- einige Handlungen werden zu kurz beschrieben und wiederum andere zu sehr
- einige Ansätze hätten für weitere spannende Twists sorgen können, die (bisher) nicht genutzt worden sind
- zwischendurch viele Wiederholungen
- man muss bei der Erklärung der Magie konzentriert lesen, um folgen zu können
- teilweise verwirrende Verwendung der Magie

REIHENFOLGE DER LICHT-QUATROLOGIE:
(1) Schwarzes Prisma
(2) Die blendende Klinge
(3) Sphären der Macht
(4) Schattenblender
- abgeschlossen -

DRAMATURGIE:
Spannung: 4,5/5 Schattenfedern
Action: 3,5/5 Schattenfedern
Drama: 4/5 Schattenfedern
Romance: 1,5/5 Schattenfedern
Humor: 4/5 Schattenfedern
Anspruch: 3,5/5 Schattenfedern

WERTUNG:
Cover/Gestaltung: 2,5/5 Schattenfedern
Charaktere:  4,5/5 Schattenfedern
Schreibstil: 4/5 Schattenfedern
Handlung:  4/5 Schattenfedern
Lesespaß: 4/5 Schattenfedern

FAZIT: 
Komplexe Charaktere und eine neuartige Art von Magie mit Schwächen und Stärken. Zudem eine wendungsreiche Storyline, die einen bis zum Ende mitfiebern lässt. Gut gemeinte 4 Sterne.



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