Sonntag, 29. Mai 2016

Fiona Blum "Liebe auf drei Pfoten" (Rezension)

Titel: Liebe auf drei Pfoten
Autorin: Fiona Blum
Gebundene Ausgabe: 224 Seiten
Verlag: Page & Turner
Preis (Gebundenes Buch): 12,99€
Preis (Taschenbuch): 8,99€
Preis (Ebook): 9,99€

 

 

 

KLAPPENTEXT: 
Eine schüchterne junge Frau, die versucht, sich hinter Büchern und Geschichten zu verstecken und dem Leben aus dem Weg zu gehen. Ein herrenloser Kater, der das letzte seiner sieben Leben schon aufgegeben hatte, als ihn ein Geruch unversehens in die Welt zurückholt. Zwei Kinder, deren Mutter ihre Tage unter einem Tisch zubringt, um der Angst zu entfliehen, und eine verrückte alte Frau, die ein großes Geheimnis hütet. Sie alle treffen während eines glühend heißen Sommers aufeinander, in Rom, dieser lauten, staubigen Stadt, deren unvergleichliche Schönheit sich nur demjenigen erschließt, der morgens um vier den Steinen zuhört und nicht an Zufälle glaubt.


MEINE MEINUNG: 
Eine Geschichte über eine Katze oder doch mehr?
Ich liebe Katzen und doch muss ich ehrlich gestehen, dass ich dieses Buch wohl nie gelesen hätte, wenn ich nicht bei der DeLiA-Preisverleihung in Iserlohn einen Einblick in die Geschichte bekommen hätte. Dort hat in diesem Jahr Fiona Blum den ersten Platz belegt und einen Ausschnitt aus "Liebe auf drei Pfoten" vorgelesen. Mich hat sofort der Schreibstil begeistert, der einen ganz eigenständigen Flair hatte und mir das Gefühl gab direkt in das sonnige Rom einzutauchen (trotz ekligem Winterjacken-Wetter). Zack - Das Buch war gekauft. Allerdings stellte ich schnell fest, dass der detailierte und atmosphärische Schreibstil durchaus nach einer Weile auch ermüdend wirken kann. Alleine in den ersten 50 Seiten passiert kaum etwas als das hauptsächlich das heiße Wetter und die Umgebung ausführlich beschrieben werden. Italien wird lebendig - die Charaktere leider nur wenig. Zudem fehlen Dialoge. Ein Stil, der durchaus auch seinen Reiz haben kann, aber hier hätte das ein oder andere Gespräch Abwechslung gebracht und die Charaktere greifbarer gestaltet. Nach so viel Gemeckere aber auch viel Positives: Mir gefiel die Leichtigkeit mit der Fiona Blum beschreibt wie die unterschiedlichsten Menschen aufeinander treffen, sich gegenseitig Mut machen und Veränderungen bewirken. Dabei wirkt alles obendrein auch noch sehr realistisch und nicht an den Haaren herbeigezogen. Die Handlung hatte das gewisse Etwas, obwohl eigentlich wenig Spannung aufkommt. Mehr möchte ich an der Stelle auch nicht verraten.
Und welche Rolle hat nun der Kater? Er bleibt Dreh- und Angelpunkt, ist manchmal Grund für die eine oder andere Veränderung und führt Menschen zusammen, die sich sonst vielleicht nie über den Weg gelaufen wären. Eigentlich bleibt der Kater dabei fast nur eine Randfigur, ein Tier das wieder aufgepäppelt werden muss. Doch am Ende wenn man das Buch zuklappt wird klar, dass der Kater nicht nur Hilfe brauchte, sondern selber zum Helferlein in Not wurde.



PRO&CONTRA:
+ poetischer Schreibstil, der zum Träumen einlädt
+ ein Roman mit einer schönen Botschaft
- keine Dialoge
- manchmal etwas langatmig

DRAMATURGIE:
(Die Dramaturgie wird nur bedingt in die endgültige Wertung aufgenommen. Sie soll euch Lesern nur als Hilfe dienen damit ihr wisst, was ihr (nicht) zu erwarten habt. Fehlende Romance oder Action muss also nichts Schlechtes sein ;) )
Spannung: 2/5 Schattenfedern
Action: 1/5 Schattenfedern
Drama: 3/5 Schattenfedern
Romance: 2/5 Schattenfedern
Humor: 3/5 Schattenfedern
Anspruch: 4/5 Schattenfedern

WERTUNG:
Cover/Gestaltung: 4,5/5 Schattenfedern
Charaktere:  3/5 Schattenfedern
Schreibstil: 4/5 Schattenfedern
Handlung:  3,5/5 Schattenfedern
Lesespaß: 3/5 Schattenfedern

FAZIT:
Ein Roman, der deutlich leisere Töne anschlägt. Wer sich auf die detailverliebte Sprache einlässt, kann hiermit ein paar schöne Lesestunden verbringen. Man sollte sich allerdings bewusst sein, dass hier relativ wenig passiert und dies nicht der Mangel an der Storyline ist, sondern diese bewusst schlicht gehalten ist. Für mich speziell teilweise zu schlicht. Dialogverliebte Bücherwürmer würde ich auch eher davon abraten. Hier wird nicht gesprochen - nur gefühlt. Wer jedoch mal nach einem etwas anderen Buch sucht, sollte hier zumindest mal einen Blick rein werfen. Von mir nur drei Sterne, die jedoch knapp an den vierten heran reichen.

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