Mittwoch, 1. Juni 2016

Anna Todd "After Passion (1)" (Rezension)

Titel: After Passion (1)
Autorin: Anna Todd
Gebundene Ausgabe: 704 Seiten
Verlag: Heyne
Preis (Taschenbuch): 12,99€
Preis (Ebook): 9,99€

 

 

 

KLAPPENTEXT: 
Tessa Young ist attraktiv und klug. Und sie ist ein Good Girl. An ihrem ersten Tag an der Washington Central University trifft sie Hardin Scott. Er ist unverschämt und unberechenbar. Er ist ein Bad Guy. Er ist genau das Gegenteil von dem, was Tessa sich für ihr Leben wünscht. Und er ist sexy, gutaussehend und zieht Tessa magisch an. Sie kann nicht anders. Sie muss ihn einfach lieben. Und sie wird nie wieder die sein, die sie einmal war.


MEINE MEINUNG: 
Wie kann ein Buch, das derart schlecht ist gleichzeitig doch irgendwie unterhaltsam sein? Das dachte ich mir während des Lesens öfter und die Antwort ist: Man findet hier eine riesige Portion Trash. Nicht unbedingt die schlechteste Sorte Trash, aber dennoch kein in irgendeiner Art und Weise anspruchsvolles Buch. Es erinnert alles irgendwie an einen etwas absurden Comic, der trotzdem versucht ernsthaft und erwachsen rüber zu kommen. Anfangs fand ich die Geschichte sogar gar nicht mal so schlecht. Ich mochte Tessa und Hardin irgendwie, auch wenn hier bereits zu Beginn mit allen möglichen Klischees gespielt wird.
Das die beiden sich durch Tessas' ausgeflippte Mitbewohnerin Steph im Studentenwohnheim kennen lernen fand ich gut gelöst. Im weiteren Verlauf wird es allerdings immer unrealistischer. Tessa lässt sich viel zu schnell auf Hardin ein, obwohl anfangs erwähnt wird, dass sie lieber bis nach der Hochzeit auf ihr erstes Mal warten will. Es wird zwar nicht ganz klar wie sehr sie hinter diesem Gedanken steht, aber das dies später von keinerlei Bedeutung mehr zu sein scheint finde ich mehr als seltsam. Obendrein betrügt sie auch noch ihren Freund. Auch wenn Tessa sich durch Hardin durchaus hätte ändern können, wird sie doch nicht gleich ein komplett anderer Mensch mit anderen Werten. Zumindest nicht in einer Zeitspanne von drei Monaten. Jedenfalls gibt es hier jede Menge Drama, aber eigentlich keine wirkliche Handlung. Man fragt sich immer nur: Ist Hardin heute ein vollkommener Idiot oder .... doch mal nett? Meistens ist er Ersteres. Schade. Ich hätte mir da eine komplett andere Entwickung beider Charaktere gewünscht, doch die kam nicht ansatzweise. Der Hype ist für mich unverständlich, genauso wie die Tatsache, dass es bald verfilmt werden soll.

****SPOILER****
Das Ende ist zudem eine große Enttäuschung. Hier hat man äußerst schlecht bei diversen Teenie-Filmen der 90er geklaut. Allem vorran: Eiskalte Engel. Ich mochte diesen Film wirklich sehr und doch konnte ich dem "Diebstahl" für diesen Roman nichts abgewinnen. Am Ende ist alles nur eine Wette gewesen. Hardin sollte Tessa rum kriegen und hat dafür Geld kassiert. Natürlich hat er sich aber doch (was er NIE gedacht hätte) in Tessa verliebt. Irgendwie hatte ich mir zwischendurch sowas schon gedacht, aber ich hatte gehofft, dass mir wenigstens dieses Klischee erspart bleiben würde.
****SPOILER ENDE****

CHARAKTERE:
Hardin Scott 
Hardin ist tattoowiert, gepierct, oft auf Partys und hat ständig One Night Stands. Beziehungen interessieren ihn nicht. Er ist sehr direkt und hört natürlich am liebsten laute Rockmusik. Aber hey: Er liest Bücher und kommt sogar aus gutem Hause - Wer hätte das gedacht? Da wollte ich fast schon mit den Augen rollen (oder habe ich es vielleicht sogar?). Zudem verbirgt er einige Geheimnisse. Welche das wohl sind?

Tessa Young
Sie ist das komplette Gegenteil von Hardin. Pflichtbewusst geht sie ihrem Studium nach, ist trotz Freund noch Jungfrau, Bücherwurm (Wow, die eine Gemeinsamkeit mit Hardin!) und obwohl sie als ziemlich clever bezeichnet wird dafür viel zu naiv. Etwas Naivität hätte zu ihr gepasst, aber das was hier beschrieben wird ist einfach zu viel des Guten. Ach ja: Und laute Rockmusik mag sie natürlich nicht, steht auf kitschige Liebesfilme und ach... was euch jetzt ohne es gelesen zu haben noch an Klischees zu ihr (oder auch Hardin) einfallen würde - Es stimmt sicher auch.


PRO&CONTRA:
+ sehr flüssiger Schreibsti
+ unterhaltsam (wenn auch eher durch überwiegend unfreiwillige Komik)
- zu viele Klischees und Oberflächlichkeiten
- unrealistische Entwicklungen der Charaktere und Handlung
- kaum Handlung für so viele Seiten

DRAMATURGIE:
(Die Dramaturgie wird nur bedingt in die endgültige Wertung aufgenommen. Sie soll euch Lesern nur als Hilfe dienen damit ihr wisst, was ihr (nicht) zu erwarten habt. Fehlende Romance oder Action muss also nichts Schlechtes sein ;) )
Spannung: 2/5 Schattenfedern
Action: 1/5 Schattenfedern
Drama: 4/5 Schattenfedern
Romance: 2/5 Schattenfedern
Humor: 4/5 Schattenfedern
Anspruch: 1/5 Schattenfedern

WERTUNG:
Cover/Gestaltung: 1/5 Schattenfedern
Charaktere:  2/5 Schattenfedern
Schreibstil: 4/5 Schattenfedern
Handlung:  1/5 Schattenfedern
Lesespaß: 3/5 Schattenfedern

FAZIT: 
Ich hatte zuerst überlegt drei Sterne zu vergeben, da ich trotz der vielen Mängel irgendwie auch Spaß beim Lesen hatte. Leider aber habe ich einen Fehler gemacht: Nachgedacht und die Story hinterfragt - böse Falle. Und es ging weiter: Ich habe den zweiten Teil angelesen und was soll ich sagen: Meiner Meinung wurde es nicht besser, sondern nur noch schlechter. Rückwirkend stören mich die vielen Klischees und die kaum vorhandene Handlung immer mehr. Es ist kurzweilig und zügig zu lesen. Nur leider nicht wirklich gut. Wer eine etwas trashige Teenie-Romanze sucht, kann hier rein schauen (oder auch nicht).


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