Montag, 28. November 2016

Gilmore Girls: A year in the life (Serien-Rezension)


Titel:
Gilmore Girls: Ein neues Jahr
(OT: Gilmore Girls: A year in the life)
Darsteller:
Alexis Bledel, Lauren Graham, Kelly Bishop, Milo Ventimiglia ua.
Erscheinungsjahr:
2016
Episoden:
1. Winter (Winter) | 2. Spring (Frühling) | 3. Summer (Sommer) | 4. Fall (Herbst)
Dauer pro Folge:
ca. 90 Minuten
Genre:
Dramedy


VORAB-INFOS:
Über 9 Jahre sind vergangen seitdem die letzte Folge der Serie Gilmore Girls ausgestrahlt wurde. Daher war es für viele Fans eine große Überraschung, dass Serien-Schöpferin Amy Sherman-Palladino nochmals den Cast für weitere 4 Folgen zusammen trommeln konnte. Anders als bei den Staffeln der einstigen Serie hat hier eine Folge eine Spielzeitlänge von ca. 90 Minuten und nicht wie gewohnt um die 40 Minuten. Durch die Einteilung der einzelnen Episoden in Winter, Frühling, Sommer und Herbst wiederspiegelt A year in the life ein Jahr aus dem Leben der Gilmore Girls, das ungefähr 8 Jahre nach der 7. Staffel ansetzt.

MEINUNG:
Keine Angst, in diesem Teil wird nichts zur Handlung verraten. Spoiler wurden in einem Extra-Abschnitt untergebracht - für all diejenigen, die doch zu neugierig sind.

Schon vorab kündigte Serien-Schöpferin Amy Sherman-Palladino an, dass Gilmore Girls - A year in the life mit 4 magischen Worten beendet werden solle, die die Fans noch nachhaltig beschäftigen werden. Und dies tun sie in der Tat, da sie den Zuschauer mit einem mächtigen Cliffhanger zurück lassen. Auch sonst zeigen die Charaktere zwar eine gewohnt gute Figur und können mit ihren Eigenarten und Humor überzeugen, doch verschiedene Handlungsstränge werden nur angefangen und nicht zu Ende geführt. Dies ist sehr schade und lässt die Fans ähnlich ratlos zurück wie nach dem Ende der siebten Staffel.

Schön ist allerdings, dass neben Lorelai und ihrer Tochter Rory auch alle weiteren Rollen ihren Platz in den vier Folgen der Serie finden. Wer jedoch speziell auf Jess oder Dean wartet, muss sich da etwas gedulden. Jess taucht erstmalig zum Ende der dritten Episode auf, während Dean nur einen kurzen Gastauftritt in der letzten Folge hat. Auch Sookie bekommt man nur kurz in der vierten Folge zu Gesicht. Durch diese kurzen Auftritte verlieren die neuen Folgen etwas an Tiefe und der rote Faden wird nur sehr dünn gesponnen. Trotz alledem macht es Freude zu sehen wie sich die Charaktere einer einstigen Lieblings-Serie verändert haben.

Auch nach 9 Jahren Pause zeigen die Gilmore Girls zudem, dass sie weiterhin genauso schnell reden wie Kaffee trinken können. Um es mal näher zu veranschaulichen: Bei einer Standard-Serie umfasst das Script um die 40-50 Seiten, Gilmore Girls kam bei regulärer Episoden-Dauer auf gute 80 Seiten. Doch nicht nur das schnelle Reden machte die Gilmore Girls zu einer der beliebtesten Dramedy-Serien unserer Zeit. Die liebevoll ausgearbeiteten Charaktere und der unverwechselbare Humor machten Gilmore Girls zu einer einzigartigen Serie ihres Genres. Leider hält die Fortsetzung nur nicht ganz das, was sie verspricht. Die Folgen sind keineswegs schlecht, lassen einem am Ende nur ziemlich unzufrieden zurück. Man hat das Gefühl, dass es erst jetzt wieder richtig anfangen würde. Schade. Für Fans der Serie sind diese Folgen dennoch unentbehrlich, auch wenn man sich über dieses Ende wirklich lang und breit aufregen kann.

SPOILER:
Lorelai ist noch immer mit Luke zusammen, doch weiterhin unverheiratet. Dies führt wiederum zu Streitereien mit ihrer Mutter Emily, die es seltsam findet, dass die beiden nach so vielen Jahren noch nicht den Schritt in die Ehe gewagt haben. Emily hat indes damit zu kämpfen, dass ihr Mann Richard unverhofft an einem Herzinfarkt gestorben ist. Somit lernen wir eine etwas andere Emily kennen, die auch mal die Fassung verliert. Sie fühlt sich verloren und weiß nicht wie sie dieses Gefühl los werden soll, versucht es aber mit allen Mitteln. Lorelai beginnt sich daraufhin große Sorgen zu machen und rät ihr zu einer Therapie, bei der schließlich auch Lorelai mit ins Gespräch gezogen wird.

Luke besitzt noch immer sein Café und scheint damit auch zufrieden. Ein Eintrag in Richards' Testament sorgt jedoch für Trubel. Richard hat Luke eine Menge Geld vermacht, die er dazu verwenden soll sein Café in ein Franchise-Unternehmen umzuwandeln. Darauf hat Luke jedoch keine Lust und nach langem hin und her, gelingt es Lorelai Emily davon zu überzeugen das Testament überarbeiten zu lassen. Dies ermöglicht es nun Lorelai ihrem Herzenswunsch nachzugehen und ein größeres Hotel zu kaufen. Zwischen Luke und Lorelai gibt es zudem einige weitere Problematiken, da sich beide unsicher sind wie ihre Beziehung weiter laufen soll. In der letzten Folge hat Luke sogar das Gefühl Lorelai würde sich von ihm trennen wollen, dabei brauchte sie nur Abstand um sich darüber klar zu werden, was sie für sich in der Zukunft wirklich will. Zum Ende der vierten Folge bekommen wir demnach die Hochzeit der beiden zu sehen, die man bereits am Ende der siebten Staffel erwartet hatte.

Rory ist mittlerweile 32 Jahre alt und reist als Journalistin viel umher. Was nach der großen Karriere klingt, stellt sich für Rory jedoch schnell als Trugschluss heraus. Mehr und mehr bemerkt sie, dass sie in dieses Business nicht richtig hinein gehört. Zwar versucht sie mit allen Mitteln sich in dem Geschäft zu etablieren, doch man merkt wie unwohl sie sich damit fühlt und bald auch an ihre Grenzen stößt. Derweil ist sie in einer Beziehung mit einem gewissen Paul, von dem sie allerdings schon zu Beginn der ersten Episode plant sich zu trennen. Gleichzeitig hat sie eine Affäre mit Logan, der anderweitig mit jemanden verlobt ist. Allerdings scheint es Rory mit Logan ernster zu meinen, als sie sich selbst zugeben will. Einen Moment lang scheint es auch so, als würde Logan umdenken und überlegen seine Verlobte zu verlassen, doch dazu kommt es nicht. Unterdessen trifft Rory auf Jess, der ihr den Rat gibt ein Buch über das Leben von ihr und ihrer Mum zu schreiben. Dieser Gedanke lässt sie nicht mehr los, sodass die Worte nur so aus ihr heraus sprudeln. Als sie schließlich Dean zufällig wiedertrifft, erzählt sie auch ihm von ihrem Buch-Projekt und das auch er darin erwähnt werden wird. Jedoch gibt es auch für die beiden kein Liebes-Comeback, da Dean sich mittlerweile in seine Rolle als Vater und Ehemann eingefügt hat. Jess hingegen hat noch immer Gefühle für Rory, verschweigt diese aber. Am Ende ist Rory Single und die magischen 4 Worte beenden den Ausflug nach Stars Hollow:
Rory: „Mom?“ (dt: "Mama?")
Lorelai: „Yeah?“ (dt: "Ja?")
Rory: „I’m pregnant.“ (dt: "Ich bin schwanger.")
Damit wird der Zuschauer ratlos zurück gelassen. Man erfährt nicht, wer der Vater ist und kann nur munkeln, dass es entweder Logan oder Paul sein muss. Auch erfährt man nicht, was aus ihrem Buch geworden ist oder ob sie beruflich doch noch andere Wege eingeschlagen hat.

FAZIT:
Ein nostalgischer Ausflug zurück nach Stars Hollow, der leider hinter den Erwartungen zurück bleibt. Die bekannten Gesichter von damals tauchen allesamt wieder auf und es macht Spaß zu sehen wie sich die Charaktere innerhalb von 8 Jahren verändert haben oder doch auch einfach gleich geblieben sind. Viele Handlungsstränge werden allerdings nicht zu Ende geführt und lassen die Fans am Ende ratlos zurück. Im Grunde schreit "Gilmore Girls: A year in the life" nach einer Fortsetzung.



1 Kommentar:

  1. Danke für die super Zusammenfassung :) Ich stimme vollkommen mit dir überein.

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